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KC-Blätter · 1911-01-01 · Heft 4 (1.1.1911) · p. Seite 62

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 4 (1.1.1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 62 (sequence 12)
Language
German
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meist harmlosen Ursprungs, als Latcruenausdrehen und nächtliches Skaudaliereu ist dnrch eine allzu allsgedehnte feuchtfröhliche Sitzung verursacht worden. Wie nlancher bedauerliche Zwist unter Bundesbrüderu, der nachher noch Weiterungen vor deln Ehrenrat hatte,.führt seinen Ursprllllg auf allzureichlich genossenen Alkohol zurück. Ganz abgesehen von dem leiblichen Schaden, den dies Gift im Organismus verursacht. Und last not least möchte ich darauf Hinweisen. daß Bacchus ulld Cupido gar gute Freunde sind, daß bei gar inaucheul Musensohil die Kueipetei bei der Venus viilj'ivaßa endete, und die traurigen folgen daun deil Arzt beschäftigtell. Gewiß soll nicht für eine Blau.- krenzverbindnng etwa Propaganda gemacht iverden. aber als lliodern denkende Menschen nliissell wir das Geschwür, an dem die akademische Jugend noch krankt, zll heilen versuchen. Das Uebermaß des Trinkens ist es, das; bekämpft werden mutz. Wer denkt llicht der schönen Stunden, die er beim schäumendell Safte der Reben im fröhlichen Freundeskreise unter lustigen Liedern in feiner ehemaligen Musensladt verbrachte. Heller leuch toten die Augen, freier ward der Sinn, noch zllgänglicher allem Gilten und Schölten, das sich bot. Manch unvergeßlicher Tag knüpft sich all solch fröhliches Gelage. — Und der Katzenjammer bleibt aus. Ein (Lader alls alterSgratter Zeit, dessen siegeln zmu Teil itoch auf die wilde, ungebunden Zeit der fahrenden Scholaren sich znrückführen lassen, bestimmt noch heute die Art und Weise des studentischen Kneipens, der Ko nt ment. Gew iß wollen wir ihil als bemerkenswertes, irr vielen Dingen eines derben Hitmors nicht eiltbehrerldes Kttlturdokumetlt alls Zeilen,, als der civcs acaücnticus sich noch lveitgehetlder Privilegien voll Staats wegeil ans erfreute, nicht nlisfen, gibt er doch den Studentenfeierlichkeiten ein eigenes Gepräge und ist inuner noch, richtig allgefaßt. ein ausgezeichnetes Keilmittel. Allein er enthält auch Vorschriften bedenklicher Natur, das sind vor allem die Paragraphen, die das Vor lind Nachtrinken, die Vierssandale, das Sprengen, die Fuxentaufe betreffen. Was hierbei gesündigt wird, ist manchmal haarsträubend. Drei, vier und ntehr volle lNäser werden und lniissen Hintereillander geleert werden. Konnten wir hierfür llicht etwas Besseres und Moderneres setzen, oder besser, können wir durch Hinzufügen von Klauseln nicht die Answüchse beseitigen? Noch eine mtdere Bestimmung: Die Korporation oder ein Teil derselben gibt sich irgendwo eine zwanglose Zusammenkunft: befinden sich 3 „bierehrliche" Burschen unter den Anwesenden, so gelten die Regeln des Bierkonrments, d. h. aits der Zwanglosigkeit ist eilt recht drückender Zwang geworden. Wie manches sonst recht brattchbare Mitglied ist aus solchen Gründen schon ans einer .Korporation ausgeschieden? Und wahrlich diese st n b c n t i f d) c n Aeuher l ich leiten, die mit devl akademischen Geiste recht wenig ztl tun habeil, konnten mir doch missen. Uns schweben höhere Aufgabert, edlere Ziele vor Augen, als die Mitglieder unseres Buildes zu Bierstudenten zil erziehen. Ich glaube, der K. C. würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn er gegen die studentischen Mißbräuche und Ullsitten des Trinkens energisch Jfroiit machte. Auf einen Weg zttr Abhilfe möchte ich Hinweisen, der in der letzten Nnmmer unserer Blätter berührt tvurde, und ans den and) die Tageszeitungen deuten. Das filld die verschieb beuen Arten des Sportes. Eine Reihe von Universitäten, an denen sich K. C. Korporationen befinden, wie Bonn, München. Heidelberg, Darmstadt, Freiburg sind ja von der Natur aus so begünstigt, daß sie von selbst den Weg weisen. Fm Sonllner Touristik, im Winter alle Arten des Wintersports. Auch Breslau mit dem nahen Riesengebirge rväre da in Betracht zu ziehen. Wohl sind hier schon erfreuliche Anfänge zu verzeichnen, doch slistematisch das Betreiben von Sport aufznnrhnteil wäre Sache der beteiligteil Korporationen. Mit Bergnügeit las ich in diesem Sinne, daß eine liebe K. B. „Spevia" die Berlin nmgebendeil. prächtigen Seen zum Betreiben von Wassersport ansnützcn will. Vielleicht würde da nicht nur der Ruder-, sondern and) der interessantere Segelsport gelehrt tverdeti können. Und eine Reihe von anderen Spotten wie Reiten, Turnen, Radfahren. Tennisspielen, Eislauf lBerli: ). Hockey, Fußball ließe sich wohl an allen Universitäten betreibetl. Daß darunter das Fechten nicht leiden dürfte, welches durch eine energische Stählung des Körpers in Folge Sportreibens wohl erst gewinnen könnte, ist klar. Vielleicht wird das mich für manche K. C. Korporation eine .reue Attraktivnsfähigkeit bei den lieben St. B. st. B. werden. Ganz abgesehen, daß dies, besonders etwa statutarisch festgelegt. ein ausgezeichnetes Keilinittel würde. Und antisemitischen Bestrebungen in akademischen Sportskreisen gegeniiber gäbe eilt fleißiges Betreiben von Sport, erprobt tvomäglich im Wettspiel, ein erfolgreiches Widerpart. Doch den Hcnlptwert des Sportes lnochte ich auf ihn als Gegengelvi cht gegen den a busus a 1 coli <>lt legen. Die Zeit, die auf dc'll Sportplützetl verbracht wird, ivird nicht in den Kneipen versäumt. imd ein Körper, tvclcher gewohnt ist, sich durch Trainillg zil kräftigen liub zil stählen, verabschellt den Alkohol, da er die Kräfte schwächt. Und itoch eins, körperliche Uebungen waren von jeher ein Schutz gegen allzustarkc erotische

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