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KC-Blätter · 1911-01-01 · Heft 4 (1.1.1911) · p. Seite 61

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 4 (1.1.1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 61 (sequence 11)
Language
German
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tu hörigen der älteren Verbindung haben, van Neugründnngen absehen müssen. Immerhin mag es angebracht seid, wenn die beiden Kvrpvratianeu in dieser Richtungein wachsames Auge haben, um nicht einen günstigen Zeitpunkt, der sich doch vielleicht bieten könnte, 511 verpassen. Wer das Bedürfnis fühlt, für den K. E. .zu arbeiten, für den gibt eS im Verbände, wie er heute ist, ein reiches Feld. (Ss wurde vorhin das Wort oüu der Stetigkeit der Entwicklung gebraucht: Hier ist sie wirklich erstes Erfordernis': und uni sie zu erreichen, müssen sich unsere Korporationen zunächst so ausgestalten, das; jener Mißstand verschwindet, der so typisch geworden ist, daß sich schon der Scherz-Name K.-C. Reisender für ihn eingebürgert hat. Jede Verbindung muß mit allen Mitteln bestrebt sein, einen Stamm eigener Leute heranzubilden, die in ihr großgezogen sind, ihre Interessen teilen und ihre Schwierigkeiten kennen. Die Einheitlichkeit des Verbandes und das gute Einvernehmen untereinander wird durch ein Schwinden der Zweibänderleute nicht gestört, sondern gefördert werden. Das muß das Ziel der nächsten Jahre sein: es erfordert Arbeit genug und Anspannung aller Kräfte; an Neugründungen, so verlockend die Idee einer weiteren Ausbreitung der K. C.- Tendenz auf solchem Wege auch ist, können und dürfen wir vorläufig nicht denken. Cavete commilitones! Von Dr. med. Artu v Warum ((Shibellinac) Kranksurt a. M. In aller Erinnerung werden wohl noch die bemerkenswerten Worte fein, die unser Kaiser anläßlich der Vorstellung des Studentenausschusses während der Iubiläumsfesttichkeiten in Berlin über die Unsitte des Trinkens sprach, im Andenken, daß er ganz neuerlich durch den Prorektor von Königsberg nochmals mahnende Worte über den abusus cerevisiac der dortigen Studentenschaft übermitteln ließ. Mit der ihm eigenen Schärfe des Urteils hat er daS liebet, an dem noch heute ein großer Teil der akademischen Bürgerschaft krankt, an der Wurzel getroffen. Tie Trinkunsitte! Ilnter schärfster Verurteilung schrieben die Tageszeitungen, wie wohl noch in frischem Gedenken, über Vandalismus und Rowdietum, das selbst die Sicherheit und das Leben ihrer Mitmenschen gefährdete, und das einige Korporationen bei seitlichen Anlässen gezeigt hatten. Ein „Budenzauber", der nach fleißig dnrchkneipter stacht stnttfand, harre zur Verurteilung der Betreffenden zu Gefängnisstrafe geführt. Erinnerlich wird nmnchcm Kartellbruder noch ein Dameuausflug einer,Kartell- Verbindung sein, der durch eineu (sic „Überfall" einiger Korporationen, die selbst vor den Damen etwas wie Schamgefühl nicht kannten, traurig endete. .Es ließe sich noch so manches ähnliche Beispiel anführen, doch genug hier mit dem Bekanutesten. Wodurch werden solche peinliche Erlebnisse möglicli. wieso kam es. daß solche Exzesse bei Korporationen, die sonst auf Erklu sivität und besonders savoir vivre einen so hohen Wert legen, sich ereignen konnten? Stets war eine größere Festlichkeit, ein Ausflug in rebenreiches (Gelände vorhergegangen, der hierbei erfolgte übermäßige Alkoholgenuß hatte die Phantasie erregt, die Sinne umnebelt, die Vernunft jedoch geschwächt oder aufgehoben, so traten solche bedauernswerte Ereignisse ein, die natürlich nachher ein jähes Erwachen, den schlimmsten physischen und moralischen Katzenjammer nach sich führten. Sehen wir uns einen offiziellenKommers an. Stolz mir bunter Mühe und Band sitzen in stattlicher Reihe die Burschen und Füchse. Von der Gallerie sieht ein Danienflor fröhlich dem munteren Treiben zu, verstohlene Blicke wechseln zwischen unten und oben. Ein jeder civis academicu.s hält angesichts solcher Zeugen tadelloses Benehmen seinerseits für angemessen. Das Bild des Ofsicium8! Doch mit einem Schlage ändert sich der Schauplatz. die Fidulitüt ist erklärt. Rascher und rascher werden die nullen Gläser geleert. heißer klingen die Stimmen dieses Chorus, in der vorher peinlich gewahrten Ordnung der Stühle und Sitze tritt eine gewisse Unruhe ein. Verläßt man den Saal und betritt die Nebeuräume. so sieht mau häufig Studenten in erregter Unterhaltung. Karten werden gewechselt, im Studeuteujargon: es wird geramscht. Häufig geht das mit einer Schlägerpartie noch verhältnismäßig glimpflich aus. wie manches mehr oder minder schwere Säbelduell verdankt aber auch feinen Ursprung einer im Rausche gefallenen, vielleicht gar nicht so ernsthaft gemeinten Beleidigung. Fch glaube, wir K. C.er könnten ein Lied davon singen, wie viele antisemitische Injurien sich von einem großen Kommerse herleiteten. Man komme nicht mit Burgfrieden und Ehrengerichten. Ersterer ist immer eine Utopie und letztere können wohl vieles verhüten, tun dies auch, alles indessen bei weitem nicht. Wie manches provozierte Duell, wie mancher Konflikt mit dem Hüter der Ordnung, allerdings

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