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KC-Blätter · 1911-01-01 · Heft 4 (1.1.1911) · p. Seite 59

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 4 (1.1.1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 59 (sequence 9)
Language
German
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59 zu diesem Zweck körperlich und geistig an sich arbeiten. Wie jeder St E.er so sollte auch jeder ältere jüdische Schüler, der die Kinderschuhe ausgetreten hat, den alten stolzen Biadrillenspruch sich gegenwärtig halten: Nemo me irn- [>une lacessit. Wir ,Ü. (5.er haben die Pflicht, diesen älteren jüdischen Schülern, von denell viele einst die akademische Laufbahn eiilschlagen iverden. mit Rat und Tat beiznstehen. Wir haben vor Allem auch die Pflicht, mit Ihnen in Berührung zu treten, die jüngerell K. E.er durch Einwirkung in der Familie, wozu sie ja so oft — besonders die Aerzte — Gelegenheit haben. Sa können wir ein Doppeltes erreichen: Wir können dem Antisemitismus in der Schule steuern und können jiidische Studellten schassen, die den kreist des .Vf. E. atmen, mögen sie selbst ül eirie Ak. E.- Korporation eintreten oder nicht. Diese Arbeit mit» dieser Kampf gehört eigentlich mit in unser Wirkeil. Ein jeder tue hier seine Pflicht, die er gewiß schon oft versäliillt hat! Die Frucht 'wird nicht ansbleiben. Neugründungen/' Aon cand. jur. b n r l btfns (Vicai*iae, Alienv-Sil.». s>litf den beiden legten K. E.- Tagen hat man sich auch mit der Frage nach der Notweildigkeit oder Zweckmäßigkeit etwaiger Reng r ü n d n n g e n v o n K. C. - B e r bind u n g e n beschäftigt, und es sind die Erörterungen nicht ohne ein abschließendes, allerdings in beiden Jahren sich widersprechendes Resultat geblieben. Alls delli K. E. Tage des Jahres in Freibnrg wurde beschlossen, in Würzbnrg eine neue Verbindung mif^nnuu^cn, wonach auch 1 oder 2 Verbandsangehörige das folgende Wintersemester dort zubrachten: gewiß ein löbliches Beginnen: zur (Gründung der Berbindling aber kam es nicht. Der diesjährige K. E.- Tag null stalld, wie das vorläufige Protokoll answeist, „solchen Neugrülldllllgen, die nur auf (taub von Af. E. - Beschlüssen erfolgten, skeptisch gegenüber". Damit ist die Frage für 1 oder 2 Jahre, vielleicht aicch für etwas längere Zeit, formell abgetan: doch dürfte es trotzdem lohnend *\ Wir brüllen diesen Aussatc .',um Abdruck, ohne uns mit seinen Kedankenannclen in jedeur Punkt einverstanden zu erklären, und fordern die Aiartelldrüder auf, sich über die Frage der Neugrundimgen ebenfalls zu äußern. Die Aed. sein, sich mit ihr eingehender zu befassen, da sie ans naheliegenden l^ründen eine der Fragen ist, die imnler wieder anftanchen werden; denn ei.n Verband wie der nnsrige, dem das Korporationswesen nicht Selbstzweck ist, sondern der eilten über den korporativen Zusammenschluß hinausgehenden Erfolg sich cirümpfen null, muß natürlich ganz besonderes E'-ewicht darauf legerr, eine lilögtichst große Zahl von Mitstreitern ins Feld führen zu können. Alich mag mitsprcchen, daß es für den außenstehenden Beurteiler eine merkivürdige Erscheinung bildet, die vielleicht Anlaß zu einer vori uorll herein gerillgschätzigerl Kritik bietet, wenn er von einen! farbentragenden Verband hört, der 7 .Korporationen anfweist, während llichr nur alle älteren, sondern auch die jüngeren Verbünde, wie der A. D. B. und der W. 'S. E. all fast allen dentscheli Universitäten vertreten sind. Es ist daher, der (tzedanke. von dein ein 'olcher Antrag ansgeht, ein ganz natürlicher: er zeugt auch sicherlich voll Dar. Alraft nlld Optimismus. Und doch werden wir den ablehnenden Standpunkt des K.-E. dlirchalls v e r' t e h e n nlld billigen nlüfsen. wenn allch schlechte Erfahrnllgen noch ilicht gemacht worden sind: Dellll das; der Beschluß von t!K feinen Erfolg gezeitigt hat. lag daran, daß er von vornherein auf deiil Papier slehe-n blieb ilidem voll Verballdsivegen keilte Anstalten getroffen rvnrden. ihll zur Ausführung zu bringen, so daß wir mit diesem Mißerfolg, der im EKunde nur ein Untätigbleiben war. nichts beweisen können. Auch das s. Zt. der Straßburger Stammtisch. die „Isaria", nicht am Leben erhalten, mit zur .Korporation auswachsen kolinte. ist noch kein überzeugender (taub, mit Rengründnngen überhaupt abznlehnen. Die Ursachen vielmehr, warum der lhedanke Reugründnngen auf absehbare Zeit von der Hand zu weisen ist, köntten wir nicht in Einzelheiten suchen, vielmehr liegen sie in in unserem e ig ene m eigenartigen Verhältnissen, und diese lviedernm sind abhängig von den Korporationsverhältnissen auf den deutschen Hochschulen. Letztere eingehender zu beleuchten, lvürde über den Rahmen dieser knappen Ausführungen hinansfallen: zumal es eine schwierige, nicht mit wenigen Worten zu lösende Aufgabe ist. über Zustände, in die man hineingeboren ist. und die einem täglich umgeben, ein einigermaßen richtiges Urteil abgeben zu wollen. Das aber wird man. wenn man unbefangenen urteilt, ohne weiteres zugestehen, daß dasKorporationswesen, wie es sich auf unsere Zeit vererbt hat, neben seinen vielen Vorzügen Vieles aus seiner Vergangenheit beibehalteu hat, was mit modernen Bestrebungen und Ideen wenig mehr verträglich ist. Der Student des 20. Jahrhunderts ist eben.

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