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KC-Blätter · 1911-01-01 · Heft 4 (1.1.1911) · p. Seite 56

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 4 (1.1.1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 56 (sequence 6)
Language
German
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des jungen BundeSbruders günstig zu beeinflnssen. > Man sott über diese Seite nicht geringschätzig | denken, sic ist wichtig genug. Kleider machen \ Leute. Wer in geschmackvoller Weise sich zeigt. ' wird immer eher auf Anerkennung und Entgegenkommen stoßen, als wer sein Aenßeres vernachlässigt, lind gerade fiir uns Juden ist es eine unbedingte Notwendigkeit, daß wir in unserem Kampf um die Gleichberechtigung äußerlich die (Gebote der Aesthetik erfüllen. Wie mancher Vorwurf wird nicht gegen unsere Mentalität gerichtet, sondern gegen die Dchors. Ich erittnere nur an das bekannte, im Reichstag gefallene Wort, daß wir im Heer die Front verderben würden. Dieser Vornmrf geht im Slrundc darauf zurück, daß manche Glaubensgenossen unter dem Druck des Antisemitismus stellend, ihre Kleidung und Haltung vernachlässigtem Es würde zu weit führen, hier auseiuandcrzusetzen, daß der Jude in seinem körperlichen Aufbau eben so sehr die Gesetze der Schönheit erfüllt ivie der Arier. Es soll nur betont werden, was aber selbstverständlich ist. daß eitle geschmackvolle Kleidung unsere körperlichen Vorzüge hebt, und daß nichts so sehr als wie die Couleur verpflichtet, auf ein auch im klebrigen wohl anständiges Gewand zu sehen. Denn fürwahr wenn die K. C.-Korporationen in ihrer Gesamterscheinuug das Bild schmucker Gesellen zeigen, wird sich das Urteil der ttns noch kühl Entgegenstehenden ebenso ivandeln, wie sie es betreffs unserer Charaktereigenschaftelt schon getan haben. Der schivarzen Verbittdttttg kann es nicht so wichtig sein, auf die äußere Haltuitg ihrer Leute zu sehen, wenn sie es natürlich auch tun wird; die Cvllleur zwingt aber gebieterisch dazu, uitd das ist eilt Segen, denn instinktiv verlangt jeder Mensch, daß eine Harmonie besteht zwischen einem achtungswerten Gedanken und der Aenßerlichkeit derer, die diestlt Gedanken vertreten. Wenn alle K. C.-Korporationeu auf der Universität ebelt so sehr die Gebote der Aesthctik erfüllen, wie dies bei vielen Korps die Hauptaufgabe ist, werden mir überraschend viel erreichen. Mail tami nicht eindringlich genug dies hervorheben, tlnd es ntllß einer der selbstverständlichsten Grnitdsätze in allen K. C.-Verbindungen seilt, daß die Tendenz and) äußerlich repräsentiert werden itttlß, nnb daß ein anständiges Aussehen ebeltso tvichtig ist, wie eine Reihe gut geschlagelter Mensuren. llnd abgesehen von allen erzieherischeti Einflüssen der Couleur, wie viel Iren de mad)t sie auch! Zu eiltcm richtigen Studenten gehört unbedingt Mütze und Band, soitst ist er nur ein halbes Wesen. Wie anders gestaltet sich der ganze Verbindungsbetrieb, uni ivieviel größer ist die Anziehungskraft einer Korporation auf Keilfüxe und die holde Weiblichkeit, tvenlt der Student das Band um die Brust gezogen hat ititd auf dem Kopfe keck die Mütze sitzt! Wie sieht ein Kommers oder eine Kneipe so stumpf aus, wenn die bullte Zier dem Einzeltten fehlt, tvclch' einen nichtssagenden Klang haben die nieisten und schönsten Lieder, in denen doch immer vom Cerevis die Rede ist. Zu jeder iltlligen Gel.leinschaft gehört das äußere Siegel. Wie sich ein Ehepaar zum Zeichen des Bllndes delt goldenen Reis an den Finger steckt, wie der Offizier nur im Glanz seiner Uniform als Offizier angesehen lvird, wie jeder Beamte, der im äußeren Dicnst steht, seine bestimmte Kleid»,ng trägt, illtlß auch der K. C. Student zun» Zeichen seiner Gesinnung nnb sei,»es Kampsmntcs Äliitze und Band tragen. Ultd so können wir am Schlüsse wohl sagelt. daß der K. C. seine hohen Aufgaben, nach außen anfznklärelt. nach innen ,',u erziehell, mir erfüllen kann, wenn er in der Oeffentlichkeit die Farbe bekelint, die ihm zu Grunde liegt. In diesem Sinne taßt uns unsere frohen Mützen und Bänder betrachten, schanell wir ans sie nicht nur mit der berechtigte»! Freude an. Bunten, sondern laßt uns auch immer des hohen sittlichen Gehalts bewußt bleiben, der in nuferen Farben strahlt. Und dann wohlan mit frische»! Kräften tllld tapserent Mute hinein in das bunte Gewühl der llninerfität, stolz auf unsere .'stete und froh, daß »vir nuser g»»tes Recht m»t so reinen Sinnen verfechten könneil. Das Gefühl, für die rechte Sache den Schläger zu führen und das Band zu tragen, muß doch den fernere»! Sieg uns bringen, und wenn in festlicher Stunde der Landesvater ertönt, kann liielnand mit größerer Begeisterung und sieghafterem Trotz als der K. C.er die feierlichen Worte singen: Ich durchbohr ben Hut und schwöre, halten »vill ich stets auf Ehre stets ein braver Bursche sein! Fritz Deuter und die Juden.'' Zn des Dichters ljunberlialjrirtem ('H’bHitotnflc. Am» Dr. iur Bernhard B n r u ch, Nlthenv-Sil.. Vicavine) in Frantfnrt n. M. Fritz Reuter teilt nicht das Schicksal so mancher Tialektdichtcr, deren Werte nur in ihrem engeren Heilnatskreise fortleben, im übrigen Deutschland jedoch unbekannt und wohl *) Dieser zum hundertjährigen (Geburtstag Fril.c ilieutcro fiir 'Jir. k! der ll. C.-Blätter bestimmte Artikel konnte wegen Raniiuicangels erst in dieser Rümmer Ausnahme finden. (Anm. der Red.)

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