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KC-Blätter · 1910-12-01 · Heft 3 (1.12.1910) · p. Seite 43

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 3 (1.12.1910)
Date
1910-12-01
Page
Seite 43 (sequence 9)
Language
German
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4# schwor es Ijeute ist, einem noch so begabten Kinde armer Eltern den Bestach einer Hochschule zu ermöglichen. Wir müssen deute leider oft zusehen. ivie so manches große Talent sich in kleinlichen Aufgaben untergeordneter Berufe erschöpft, wett es »»»eist unmöglich ist, die znni Srudiinn notwendigen Mittel'anfzudringen. Wer aber vielleicht glaubt, daß die Schilderung der Verhältnisse übertrieben ist, der möge bedenken, daß sie nicht ans theoretischen Erwägungen, sondern ans den Erfahrungen der Praxis erwachsen ist. Denn die Wandlung wird uns durch einen einzigen Blick auf das Schülermaterial von heute schlagend bewiesen. Es steht fest, daß die Leistungen silbischer Schüler in trauriger Weise zurückgegangen sind. Der „gute" jüdische Zögling ist an manchen Anstalten eine Sage ans verflossenen Seiten. Bum allermindesten sind die Inden nicht um einen Dent hervorragender als ihre andersgläubigen Mitschüler, und diese Erfahrung, die ich ans den mir persönlich bekannten Verhältnissen vieler Echiililüsiel» Berlins und der Provinz Schlesien geschöpft habe, ist mir zu Dutzenden von Male»! durch .Kollegen und Lehrer aus anderen (Gebieten Deutschlands bestätigt worden. Die Leistungen des jüdischen SchnlermaterialS sind sicher erheblich zurückgegangen, und »var noch vor einen» halben Jahrhundert der schlechte jüdische Echmnasiast eine Ausnahme, so ninunt heute der gute diese Sonderstellung ein. Die Mittelmäßigkeit herrscht ans der ganzen Linie! Das Vordringen und die Ausbreitung des plntokratischen Buges im deutschen Judentum trägt nicht nur die Schuld daran, daß die Anzahl der Schiller sich in ungebührlicher Weise durch Aufnahme unfähiger und darum ungeeigneter Elemente vermehrt hat, sondern es hat auch zur Folge gehabt, daß die positive Begabung und Eignung des ei uze l n e n jüdischen Knaben glatt zurückgegangen ist. Es »viire ein Fehler, wollte »nan etwa annehmen, daß in den jüdischen Fähigkeiten ein Merkmal unserer blasse zu finden sei. Sie sind nicht angeboren, sondern durch die Not des Lebens anerzogen! Ihre Quellen, die Annut, die Entbehrung und die bittere Not, die zu Fleiß. Beharrlichkeit uitb Mäßigkeit zwingen, sind aber jetzt verstopft. Diese Anregungen, die Fähigkeiten zu wecken und zur Entfaltung zu bringen, fehlen dem jungen (Äeschlechte von hellte fast ganz. Es geht dem Juden sehr gilt, seine Kinder wachsen in Wohlstand auf, er tut noch selber ein klebriges, um sie, deren Zahl in den einzelnen Familien sehr gering ist und zwei oder drei fast nie übersteigt, zu verhätscheln und verwöhnen, anscheinend damit sie für den Lebenskampf nur ja recht wenig sich eignen, und so ist der Rückgang in den Leistungen des einzelnen Kindes ganz natürlich! Die Willenskräfte werden nicht erweckt, und so manche gute Anlage, die unter den früheren Verhältnissen gepflegt worden wäre Juitb einen bedeutenden Menschen ergeben hätte, »vird heute in Bequemlichkeit erstickt und erhebt sich nie über die Stufe der satten, selbstzufriedenen Mittelmäßigkeit. Wenn bei der steigenden »jahl von Schülern ungeeignete Elemente in großer Anzahl ausgenommen »norden sind, wenn andrerseits die positive Begabung einen Rückgang erfahren hat, so verändert sich gegen das Bild der Schule das der Universitäten und später das des Lebens nur wenig. Es ist ja richtig, daß gute Schüler nn Leben zuweilen versagen, und daß schlechte die bedeutendsten Menschen »verden. aber die Regel ist es »vahrhaftig nicht! Bon der» jüdischen Abiturienten studieren nun mit ganz wenigen Ausnahmen fast alle, »nährend bei den Christen durch die »nittlere Beamtenlaufbahn, für die imnrer mehr das Reifezeugnis verlangt wird, ein nicht unbeträchtlicher Teil von den Hochschnlen abgelenkt »vird. Da »nan so viele Juden — oft ohne ihre eigene Sch»»ld, sondern d»»rch die unserer j»rdellsel»»dliche»»Berrvnltnngspraxis — hi» Studium den e inzi g e n Weg zur späteren Er»verbsn»öglichkeit erblicken, fehlt ihnen nicht u»»r häufig Begabung unb Wille, den die Erziehn»»g nicht in ihnen eriveckt hat, forkdern auch der innere Drang zu ihrem Beruf und die Liebe z»» der Wissenschaft, der sie sich widmen. Und diese Wahl eines akadenlischen. also wissens ch a s t l i ch e n Berufs aus äußeren Rücksichten »virkt in doppelter Beziehu»»g »»»»günstig. Den einen verleitet sie dazu, im Studium nur die Vorbereitung znm Gelderwerbe zu sehe»», den» andern verdirbt sie den Charakter. De»»n »ver »veder begabt ist noch Achtung vor der Wissenschaft besitzt »u»d doch Karriere »nachcn will, der muß eine»» »»»»deren Weg s»»che«, und den bequemften Ersatz für fehlende Fähigkeite»» »md Lcistm»ge»» stellt hente in Preußen nun einmal die Tarife dar! So »st es erklärlich u»»d mit der zurückgeheilden Durchschillttsbedennlng des jüdischen Akademikers d»»rchans logisch in Verbindung z»» bringe»» (obwohl ja leider auch viele hervorragende Juden den bed»»»»erlichel» Schritt geta»» haben unb noch tun), wenn sich in diesem Kreise die größte Anzahl von Täuflingen findet: de»»»» ihre Berechnung ist uidjt falsch. In Preußen gehört zu vielen Stellungen weniger Fleiß und Fähigkeit als tycsinnungstüchrigkeit, und zu der» wichtigsten Kennzeichen einer anständigen Besinnung zählt eben der vorschrifts- Nläßige Glaube. Wer als. Jude es zu etwas bringe»» will, n»»»ß noch hnmer kreist haben und tüchtige Leistungen aufweisen; der Christ hat

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