KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 3 (1.12.1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- Seite 41 (sequence 7)
- Language
- German
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41 Wettbewerbs selbst bis in die höchsten Gcsellschnstsschichten hinein ausgebildet ist und in wie viel Einzclfällen es dem Christen gelang und gelingt, durch Ausnützung des Judenhasses dem jüdischen Wettbewerber den Rang abzulaufen. Die zunehmende gesellschaftliche Judenausschließuug trägt nun leider eine große Gefahr des! Wachstums in sich selbst. Cs darf nämlich! nicht verkannt werden, daß die Juden, durch | jene Ausschließung zu um so engerem Zusammen-; schluß unter sich genötigt, — eine Frucht dieses! Zwanges ist ja auch der .U. C.. — leicht in | eine gewisse Einseitigkeit der Entwicklung hin- § eingedrängt werden und hierdurch rückwirkend J die ,Uluft zwischen der jüdischen nnd der übrigen Gesellschaft sich noch vergrößert. Es giebt leider Juden, die durch die Erkenntnis dieser nicht zu leugnenden Gefahr sich zll einem würdelosen Umbuhlen der christlichen Gesellschaft verführen lassen. Für jeden, der den St C.-Gedanken innerlich erfaßt hat, liegt es — abgesehen von der moralischen Seite der j Sache —' auf der Hand, daß dieser LVeg zu einer wirklichen und dauernden Ueberbrückuug der bestehenden Iklnst niemals füljueu kann. Rur bann ist die Aufnahme eines Einzelnen in die Gesellschaft von vorbildlichem und daher dauerndem Werte, und auch nur dann fmui sie einem charaktervollen Menschen Befriedigung gewähren, wenn sic auf wirklicher Anerkennung beruht. In diesem' letzterer Falle ist sie aber auch durchaus erstrebenswert und keineswegs etwa deshalb verächtlich, weil sie nicht allen anderen Juden ebenfalls nach Verdienst gewährt wird. Denn Vorurteile und eingewurzelte Triebe lassen sich nicht mit einem Regierungsakt oder Vereinsbeschlnß plötzlich im ganzen Lande vollkommen beseitigen, und eine plötzliche staatliche Anerkennung würde die gesellschaftliche imi° allmählich nach sich ziehen? Wo der Einzelne die ihm nach seiner Persönlichkeit gebührende Anerkennuug findet, soll er es nicht verschmähen, davon Gebrauch zu machen, weil sie ihm vielleicht nur als Einzelnen oder als Berufsgenossen entgegengebracht wird. Auf dem Posten ausharren, nicht würdelos die Gesellschaft derer suchen, die den Juden verschmähen. aber die gebotene Hand annehmen, wo es ohne Preisgabe der persönlichen Würde möglich ist: das ist der Weg, den Selbstbewußtsein als geborener Jude und Charakter auf der einen Seite, Zngehörigkeitsgefühl zum deutschen Volke und soziales 'Selbstbewußtsein auf der anderen Seite denr Juden Üar und deutlich weisen. Ein Breslauer Biadrine, (Dr. Alf. Goldschmidt). hat diesen Gedanken in eiuenl Liede zum 10. Stiftungsfeste der Viadrina 1896 in beherzigenswerter Weise poetisch zum Artsdruck gebracht: Und wenn sich der Schwarm auch abseits hält Porr uäs nnd unserem -Streife, So bitten mir eine besondere Wett Und gehn unsere eigene Weise: Und wno un<i im Herzen Befriedig««» schafft: Das Beivnhtsein ist's und die eigene ilxaft Die einen sähen am liebsten schier. Wir schütteln den Staub von den Sohlen, Gebärden sich gleichsam, als Hütten wir hier Ihnen ilrt und Sitte gestohlen. Dem »'eichen wir nicht: was uns Sicherheit schafft: Das Benin gl sein ist's und die eigene Uraft. Die ai.sern glauben, durch uns sei zerstört. Ter Unifessionen Versöhnung. Sie füllen durch Händedruck schon sich geehrt Und scheu den Sieg aus Gewöhnung: Wir glauben, das; uns nur Achtung verschafft Der persönliche Wert und die eigene Urast. Sv wollen mir aus uns selber heraus Glicht mie jene: die tttnft übertleistern, 'Hein von unten sie füllen, vorn Grunde heraus. Gleich sorglichen, tüchtigen Meistern, llnd dabei ist, was Befriedigung uns schafft: Das Bewnsitsein des Rechten, die eigene ttraft. Die Zahl der jüdischen Akademiker. Von Vr. F e l i r G v l d »l a n n. £ppeln. Es ist eine bekannte Tatsache, den ein Blick in die Statistik bestätigt, daß der Prozentsatz der Juden an Schulen und Universitäten ein tvcit größerer ist. als das Verhältnis der jüdischen Bevölkermtgszahl an bcu anderen Einwohnern Deutschlands erwartetl läßt. Während von den etwa 04 Millionen Einwohnern unseres Baterlandes etwas über 00l)000, also weniger noch als eilt Prozent, sich zum Judentum bekennen, bilden sie mlgefähr i) bis 10 Prozent der Bestuher höherer Lehranstalten sowie der Universitäten, nlld diese Zahl ist vielleicht ltvch im Steigen begriffen. Run ist ja ein solcher Zustand iil vielen Beziehungen gewiß ein sehr erfreulicher; er stellt der Opferwilligkcit. denr Bildungsstreben, der geistigen und sittlichen .Kraft utlserer Glaubensgenossen ein geradezu glänzendes Zeugnis aus. und er wird demgemäß außerordentlich häufig hervorgehobeu. von einsichtigen Menschen im lobenden Sinne, von den Judenfeinden als eine Gefahr! So sehr wir nun überzeugt sind, daß diese letztere Anschauung ilur der frivolen Sucht zu verhetzen entsprungen ist, so wenig dürfen wir die Augen verschliefen und verkennen, daß die übergroße Anzahl jüdischer Akademiker neben den erfreulichen auch eine