KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 2 (1.11.1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- Seite 31 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2268830-2268861-2268864--0043-2269231- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Artikel mm Arthur Heinzig über die Stellung der Juden in der Leipziger Finkenschaft. Der Verfasser ging darin von der Ansicht ans. „wie die Inden rechtlich allen anderen Staatsbürgern gleichgestellt sind, sind es ' auch die jüdischen Studenten in der akadeniischen Bürgerschaft, aber wie jene im Volksbewnßtsein, werden auch diese im akademischen Leben nnd besonders in der Gesellschaft nicht als den andern vollständig ebenbürtig gewertet." Daher dürsten sie keinen überwiegenden Einfluß in der Organisation haben, und es seien -„nicht mehr Indenim Weiteren Ausschuß zuzulassen, als dem prozentualen Anteil an der Gesamtheit der Studierenden entspricht". Im Anschluß an diese Zeilen entspann sich eine hitzige Debatte, bei der sich die einen für unbedingtes, prini zipielles Borgehen zugunsten der Juden anssprachen, die' andern — darunter ein jüdischer Ehrcnbeamter — die Ansicht vertraten, „der maßvoll denkende Jude nierde die Berjndung der Finkenschaft.durchaus nicht als Sieg seiner guten Sache nnsehen, sondern vielmehr als den Vorläufer der Glieder läge". Eilte prillzipieUe Lößncg kowlten die Organisationen ihrer Äkatur nach nicht finden, und sie sahen auch von der mechanischen Lösuilg Heinzigs ab, die außerdem praktisch runnöglich und verletzend für die jüdischen Kommilitonen erschien. Die Akademischen Blätter der Vereine deutscher Studenten spotteten über die „schiefe" Stellmig der Finkenschaft zur Judenfrage, aber der Weg, den Pari! Hocker 1903 trotzdem empfahl, durch „beiderseitiges Entgegenkommen und beiderseitigen Takt" das Problem „zu einer nicht existierenden Frage" in der Finkeuschaft zu machen, erwies sich als einzig möglicher und richtiger Weg und ward auch — abgesehen mm München 1905 — allgemein befolgt. Dom Verein Deutscher Studenten. Im April d. I. erschien iu den „Akademischen Blättern", dem Organ der im Kl-fshänserverband vereinigten Vereine Deutscher Studenten, ein Artikel mit liberaler Grundfärbnng. Der Verfasser wandte sich gegen den Mißbranch des Wortes „national" und betonte die Gleichberechtigung der liberalen Strömung im Verband. Dieser Artikel erregte großes Anfsebca nnd rief sowohl in der Presse wie in der Studentenschaft lebhafte Auseinandersetzungen hervor. Zn der angeschnittenen Frage nahm die diesjährige VerbandStagnng der Vereine Deutscher Studenten Stellung. Rach eingehender Debatte wurde folgender Beschluß gefaßt: „Die VerbandStagnng stellt fest, daß der Knffhänserverband nach wie vor jede Identisiziernng mit einer politischen Partei ablehnt. Wie schon § 1 der Verbandssatzungen ergibt, und wie auch die außerordentliche VerbandStagnng 1907 festgestellt hat, sind liberale und konservative Richtungen im Verbände grundsätzlich gleichberechtigt." Der Liberalismus im Kyffhäuserverbande hat sich durch diesen Beschluß der Verbandstagung nach mehrjährigen Kämpfen im Verbände durchgedrungen. Ob er aber dauernd imstande sein wird, gegen die ältere konservativ-antisemitische Richtung, die ihren Sitz hauptsächlich in dein Berliner Verein hat, aufzukommen, wird die Zukunft lehren müssen. NevöanSs^Wachkichren. Posen. Am 30. September 1910 ist in Posen ein „L a n d e s v e r b a n d o st d e n t s ch e r K. E. e r" gegründet worden. Die Gründung umfaßt die Provinzen Posen, Westnnd Ostpreußen. Alle in diesen Provinzen ansässigen K. C er gehören dem Landesverbände an. Der Verband bezweckt neben der Förderung der freundschaftlichen und beruflichen Interessen seiner Mitglieder vor allen Dingen eine nachdrückliche und, zielbewußte Propa - g a n d a. Statuten liegen noch nicht vor. Ihre Ausarbeitung soll durch einen provisorischen Vorstand erfolgen, dem Rechtsanwalt Or. Felix Warschauer (Sprcvia. Viadrinaals Vorsitzender, Referendar Bernhard (Licaria) als Schriftführer und 0r.. Hamburger (Licaria) als Kassenwart angehören. Für die Zeit bis zum 1. April 1911 erfolgt einstweilen die Erhebung eines MitgliedSbeitrages von 3 Mark. .