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KC-Blätter · 1910-11-01 · Heft 2 (1.11.1910) · p. Seite 32

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 2 (1.11.1910)
Date
1910-11-01
Page
Seite 32 (sequence 14)
Language
German
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sSL 32 ML Der Verband verspricht sich vor allem von seiner propagandistischen Tätigkeit guten Erfolg. Es läßt sich nicht leugnen, daß der in früheren Jahren recht starke Zustrom von Füxen ans den östlichen Provinzeil zum K. C. in den leisten Jahren erheblich nachgelassen hat. Die Erscheinung hängt zwar znm Teil mit Umfttiubcu zusaunueu. ans welche der Verband keinen Einfluß haben wird Einen großen Teil der Schuld an diesen! wenig erfreulichen Zustande trägt aber sicherlich auch die Tatsache, daß der Keitbetrieb der hiesigen K. C.er in den leisten Jahren recht mangelhaft organisiert war. Verschiedene andere Verbände haben es verstanden, ein organisiertes Keilsystem schon auf den Gymnasien bis in die Unterprima hinab einzurichten. Die Folge hiervon war, daß die meisten Muli vollkommen vorgekeilt die Schule verließen und uns verloren gingen. Hier soll die Tätigkeit des Landesverbandes entsetzen. Unsere Tätigkeit wird sich freilich nur dann ersprießlich gestalten können, wenn sie sowohl von den ortsansäßigen K. E.ern als auch von den Verbindungen energisch unterstützt wird. Mit den einzelnen ortsansäßigen K. E.ern wollen wir uns im Laufe der nächsten Wochen in Verbindung setzen. Ihre Pflicht wird es sein, mit Keilsuren schon auf dein Gymnasium Fühlung zu nehmen und dafür Sorge zu tragen, daß die Fühlung fernerhin erhalten bleibt. Auch die Verbindungen werden im eigensten Interesse gut tun, sich bei Ermittelungen jeder Art unmittelbar an uns zu wenden und die Fuxenlisten, die wir in regelmäßigen Zeitabschnitten zur Versendung bringen werden, nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Möge die Tätigkeit des neu gegründeten Verbandes dem K. E. zum Segen gereichen? Im Anschluß mr die Gründung des Verbandes fand eine K. C.-Kneipe statt, die von Philistern der Stadt Posen gut besucht war. Auch verschiedene jüdische Vereine der Stadt hatten Vertreter entsandt, die im Laufe der Kneipe das Wort ergriffen und ihre Sympathien für den K. E. und den neu gegründeten Verband zum Ausdruck brachten. Die Tendenzrede, die allgemeinen Anklang fand, hielt Referendar S a m te r (Licaria). Besonders erfteut hat es uns, daß ein auf der Kneipe anwesender jüdischer alter Herr des S. C. uns in warmen Worten versicherte. daß nur uns nach seiner festen Ueberzengung ans dein rechten Wege befinden. Die Kneipe n>m° auch von Keilfüren gut besucht. Es steht zu erwarteil, daß der K. E. schon im künftigen Sominersemester eine nicht unerhebliche Zahl von Keilfüxen aus der Provinz Posen gewinnt. Dr. W. Stettin. Am Sonnabend den 1. Oktober fand in Stettin eine Ferienkneipe der pommerschen K. E.er statt, welche die erwünschte Gelegenheit bot, die maßgebenden jüdischen Philisterkreise Stettins über Ziele und Bestrebungen unseres Verbandes aufzuklären und damit einer intensiveren Keiltätigkeit den Boden vorzubereiten, zumal sich die Zahl der ans Ponnnern gebürtigen St C.er bisher nur auf sehr bescheidener Höhe hielt. Die von Referendar Walter Glaser (Sprevia) geleitete Kneipe nahm einen würdigen und dabei äußerst anregenden und gemütlichen Verlanf. Illach einer Ansprache des Präsidenten, in der er die zahlreichen Gäste begrüßte, und ihnen, insbesondere auch den ans Berlin herbeigeeilten K. E.ern, für ihr Erscheinen dankte, nahm Rechtsanwalt I)f. M arkuie (Sprevia) das Wort zu einer nach Form und Inhalt vollendeten Tendenzrede, in der er ein klares Bild von Geschichte, Bestrebungen und Arbeit des K. E. entwarf. Den Dank der Gäste stattete Rabbiner l)r. Bog ein ein in einer längeren Ansprache ab. Jndeni er seine vollsten Sympathie für unsere Bestrebungen Ausdruck gab, betonte er, daß die von uns angewandten Mittel zur Bekämpfung des Antisemitismus die geeigneten seien. Die Anwendung des Exklusivitätsprinzips sei nach Lage der Tinge nicht zu umgehen, so sehr er auch — insbesondere als alter Burschenschafter — bedanre, daß die jüdische Studentenschaft genötigt sei, zu diesem Mittel zu greisen. In gleicher Weise sei mich das gewissermaßen unpolitische Wirken des K. C. mit dem einzigen Ziele, den: jüdischen Studenten die volle Gleichberechtigung zu erkämpfen, vollauf anzncrkennen. Der weitere Teil des Abends verlief sehr angeregt. Erst gegen 121/* Uhr erreichte das Offizium sein Ende. Die gemütliche Fidnlität sah dann noch lange eine große Anzahl der Gäste beisammen. Der Erfolg der Kneipe kann als ein äußerst günstiger bezeichnet werden. Abge-

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