KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 2 (1.11.1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- Seite 25 (sequence 7)
- Language
- German
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*§L 25 Jä». hat, kann nicht bestritten werden; ebensowenig kann vestritteir werden, daß es etwas Anderes bedeutet, einen Duellanten oder einen Bettler. — einen Verfechter seiner Ehre oder einen Tagedieb — zu bestrafen, und doch sollen beide nach Ilmfang und Art dieselbe Strafe erhalten. Gewiß, beide haben gegen die bestehende Rechtsordnung verstoßen, diese Tatsache bleibt aber auch das einzige Ehnrakteristikuln, was sie mit einander haben, was aber nid)t genügt, auch die gleichartige Vestrastmg zu rechtfertigen. Aus Furcht vor einer Klassenjustiz zu Gunsten einer gesellschaftlich höher stehenden Bevölkerungsschicht würde man zu einer solchen zu ihren Ungunsten konunen. (Schluß folgt.) Der Antisemitismus der Akademischen Sportoerbäilde. Bon Jrih Maier lSprcvial in Freiburg. Als vor einem Jahrzehnt angefangen wurde, die Leichtathletik, das Tennis, den Wassersport, das Schneeschnhlaufen und andere Bewegungsspiele in Deutschland in die Höhe zu bringen, stand auch ein großer Teil der akademischen Jugend auf Seiten der Gesundheitsapostel und gründete akademische Vereinigllngen sportlicher Art. Es ließ sich gut für diese Bewegung keilen, denn damals setzte gerade die.Bewegung gegen den Alkohol ein, dessen schwere Schädigungen ans den jugendlichen Organismus mittels statistischer Tabellen nachgewiesen wurde. Die Romantik des Eonleurstudententumes luurbc durch das Anwachsen unserer Großstädte verdrängt, und so kam es, daß die jungen Leute, besonders unter dem Einstuß ihrer Eltern, zum Eintritt in Sportvereinigungen neigten. Aber auch hier mußten wir, die Stiefkinder der Alma mater, die schlimme Erfahrung machen, daß man uns - nicht wollte, und wir an der körperlichen Bervollkonnnnung und Veredelung des deutschen Volkes nicht nritarbeiten durften. Der akademische Turnverein (A. T. V.) war bereits in den Gründerjahren antisemitisch d. h., wie er sich ansdrückte, er nahm nur Juden nach Wahl auf. Heute setzt er aber alle Juden heraus, da sein Zuwachs bei der Konkurrenz antisemitischer Sportvereine geringer wurde. Dieses Vorgehen motivierte man damit, die Juden würden im Sport ihrer minderwertigen Körperbeschassen heit zufolge, keine Figur bilden. Tie erste Gruppe von Sportvereinigungen bildete der akademische R u d c r b jt n d. Ein Bund, der an ausgeprägtem Rassednnkel auf den deutschen Hochschulen keines Gleichen hat. Und wie ungerecht rvar doch die Ansicht tiefer Leute. Mannheim, Frankfurt, Osfenbach u. a. m. habe» bewiesen, daß in ihren Mauern Juden wohnen, die fähig sind, das Rllder z» führen. Der akademischen Jugend jüdischer Abstammung war es leider nicht möglich, ihre freie Zeit zur Ausübung des schönen Wassersports zu verrvenden, weil man sie eben nicht wollte. Hub so ging es ihr mit den anderen Sportvereinigungen auch. In München existiert ein Münzner Sport-Klub, der in einem losen Kartellverhältnis zu dem akademischen Ski-Klub Freiburg steht. Auch hier ist den Juden der Zutritt verboten. Aber da gab es einen K. E.cr, der ein guter Schneeschnhlänfer war, und für den fand sich der Modus, er solle doch Gast beim Klub während seiner Studentenzeit werden. Gerade diese Klubs sollten die Erfahrung gemacht haben, daß wir vollwertig sind, denn zumal in Freiburg, der Hochburg des Schneeschuhsports, sieht man die jüdischen Eommilitionen genau so sicher die „Arettli" dirigieren, wie die christlichen. Was das Tennis anbelangt, gibt cs mit Ausnahme von Halle und Greifswald meines Wissens keine Judenausschließenden Vereine. Wenn irgend ein Sport von Juden gut betrieben wird, so ist es dieser. Die Namen der Gebrüder Rotschild lsie sind jetzt in Amerika), von Kuhn und Frl. Marnm — wir könnten noch viele nennen — erinnern an Spieler von Klasse. Die Leichtathletik und die Rasenspiele haben gerade jetzt ihre vornehmsten Vertreter unter den Inden, ich erinnere an Max Mayer in Freiburg, der jahrelang Dauerlanf Rekords ansstellte und an Abraham, Berlin, der zur Zeit der beste Leichtathlet ist. Dieser Beweise bedarf es eigentlich nicht, denn ich wüßte keinen stichhaltigen Grund anzuführen, den Juden eine körperliche Minderwertigkeit zuzuschreiben. Ter K. C. hat seinen Mitgliedern eine körperliche Ausbildungsmöglichkeit schon geschaffen, und zwar hat er einerseits auf Fechten viel Gewicht gelegt, andererseits Turnabende eingerichtet. Meine Worte sollen Mahnworte an alle Verbandsbrüder sein, soweit sie noch jung genug sind, sich sportlich zu. betätigen, daß sie nicht nur für ihren Körper arbeiten, sondern, ich möchte fast sagen, mit der egoistischen Absicht, auch hierbei für unsere Ten- /