KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 1 (1.10.1910)
- Date
- 1910-10-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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iSL 11 Ql sammensetzt: nämlich aus denen, die kurz vor oder nach dam Abiturium übertreten, hier ist der Burschenschaft selbst der Glaubenswechsel und seine Motive bekannt; zweitens aus denen, die selbst schon frühzeitig oder deren Eltern übergetreten sind. d. h. die es selbst noch wissen, ohne daß es vielleicht der Burschenschaft bekannt ist; und drittens aus denen, deren Großeltern oder weitere Vorfahren sich haben taufen lasten, sodaß sie selbst es nicht mehr wissen, zumal mit der Tatlfe oftmals ein Ramenswechsel verbunden war. Alle drei Kategorien führen aber zu demselben Resultat: die deutsche Burschenschaft kann sich auf das Nassenmoment nicht stützen, und führt sie es dennoch im Munde, so ist es eitle Phrase. Doch ich will noch eine Folgerung ziehen, die mir nicht uninteressant zu sein scheint. Die mittelst Glaubenswechsel in die Burschenschaft aufgenommenen Juden scheinen sich doch in ihr bewährt zu haben, denn sonst wäre doch schon eine Reaktion -eingctreten und dem weiteren Eintritt ein Riegel vorgeschoben worden. Sollte aber' der äußere Akt des Uebcrtritts diese Wandlung in Fähigkeiten und Charakteranlage der Rasse heroorbringen? DaS wird wohl nicht behauptet werden können. Gerade daraus aber folgt nicht mehr und nicht weniger: Die beinahe 30 semestrige Entwicklung hat den Beweis erbracht, daß die Burschenschaft das Recht auf Anführung des Rassenmoments verloren hat. Das Dassenproblcm unter - besonderer Berücksichtig»«^ der theoretischen (Grundlagen der jiibifrficii Aassensrage tum Dr. Ignaz Iol 1 sch a n 1910, Wien und Leipzig, Braninnller, Preis l> Mk. Referat von Uarl Löwen st ein (Licaria, R Heini' Eilesia) Rachen. Der Verfasser will die Bedeutung der jüdischen Raste für die Kulturentwicklung untersuchen. Als Grundlage hierzu^dient ihm eine eingehende Bearbeitung des gesamten Rassen- Problems. Mit guten Gründen verurteilt er die .Jndogermanentheorie" und die an ihre Stelle getretene „Germanentheorie", welche die Kulturleiftungcn aller Völker auf das Wirken eines germanischen Rasseeinschlages zurückzuführen suchen. Er verwirft überhaupt die Einteilung in indogermanische und semitische Völker und unterscheidet anstatt dessen innerhalb der weißen Raste eine nördliche, blonde Gruppe, zu der er die Germanen. Kelten und Slaven rechnet und eine südliche, brünette Gruppe, welche die gräco.romanischen, die vorderasiatischen und nordafrikanischen Völker umfaßt. Die Juden entstammen den beiden letzten Völkergruppen und haben demnach die für die Krrlturentwickluug bedeutsamsten Völker als nächste Verwandte. Der Verfasser will jedoch die vielfach von äußeren Verhältnissen abhängigen Unterschiede der Rasten nicht als einen ausschlaggebenden Faktor in der Geschichte anerkennen. DaS äußere Milieu (die geographischen Verhältnisse des Landes und die Verkehrsbeziehungen zu andern Völkern) und das gei st i g e M i li e u, insbesondere die im Gegensatz zu Rasseeigenschaften von einem Volk auf das andere übertragene Ueberlieferung (Sprache. Religion, Erziehung, Wissenschaft usw.) hält er für die Kulturentwicklung mit Recht für einen bedeutsameren Faktor, als die Rastenzugehorigkeit. Dennoch will er der Rassenanlage nicht jede Bedeutung absprechen. Zwar sieht er auch in dem Volkscharakter nur das Erzeugnis gewaltiger historischer und sozialer Milieueinwirkungen und spricht ihm die Bedeutung eines spezifischen Rastenmerkmals ab. Dagegen führen ihn seine Theorien der Vererbungslehre dazu, die Vegabungsquote eines Volkes, also die Größe, die Intensität des Intellekts als von dem Milieu unabhängig zu betrachten und ihre Größe lediglich auf die Abstammung ziuückzusühren. Denn die Summierung gleicher Instinklanlagcn zahlreicher aufeinanderfolgender Generationen ermögliche das Auftreten genialer Menschen und schaffe den Kulinrwert einer Rasse. Dieser sei um so höher, je größer und homogener daS Jnstinktmaterial fei; am höchsten daher bei einer reinen Raste, die fest Jahrtausenden ihre Erhaltung der Geislestätigkeit verdanke. Rasteninzucht erhöhe die Begabungsquote und bringe Genial tat hervor, während die Kreuzung zweier heterogener Raffen, bei denen die Jnftinktmaffen sich nicht harmonisch ineinander fugen und, statt sich zu summieren, sich anshcbcn, den Kulturfortschritt hemmen. Die Größe der Begabungsquote gilt ihm als das allein wissenschaftliche Kriterium für den Kulturwett einer Rasse; dies und die Abhängigkeit der Begabungsquote von der Reinheit der Nassen sei der gesunde Kern der Rassentheorien.