KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 1 (1.10.1910)
- Date
- 1910-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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SS. 1 .SL geführt blieb, so lag das daran, daß einer der in die Redaktion gewählten Verbandsbrüder versagte und damit die Organisation lahmlegte. Inzwischen war die Hochschulbemegung und ihre Zeitschrift, „Die deutsche Hochschule". sanft entschlummert und damit das letzte entscheidende Motiv des damaligen Beschlusses auf Schaffung des K. C.-Organes weggefallen. Andere Dinge, vor allem die Stellung des K. C. zum Zionismus nahmen die Verbandsangehörigen alsbald in Anspruch. Die Auseinandersetzungen hierüber innerhalb des K. (5. drängten das Interesse an der publizistischen Verbreitung des K. C. Gedankens für einige Jahre zurück. Ein zwischendurch. Anfang 1008, von einem einzelnen K. C.'er gemachter Versuch, eine K. C -Zeitung zunächst als internes Organ zur Aussprache über di.e Zionistenfrage derauszugeben, mißlang. weil die übergroße Mehrzahl aller Kartellbrüder weder Ausstattung noch Tonart uitd Inhalt der einz'gen erschienenen Nltmmer zu billigen vermochte. Sov el Unmut durch jenes verfehlte Unternehmen damals auch erzeugt uitd so sehr auch im Augenblick dadurch das Ziel der Schaffung eines Presseorganes deS K. ($. geschädigt war, eine nützliche Frucht war doch die Erkenntnis, daß eine öffentliche Diskussion strittiger Fragen von Bedeutung, in der Presse von Angehörigen der gleichen Organisation geführt, mit dem Wesen und den Interessen einer Organisation, die in letzter Linie auch in ihrer politischen Wirksamkeit auf der Basis engster freundschafilicher Beziehungen beruht, schwer vereinbar wäre. Jene Episode, die ich aus historischen Gründen nicht unerwähnt lassen durfte, ist fast vergessen und hat das immer dringender gewordene gesunde Streben nachei nerZeitschrift, welche dem Kartell- Convent Gehör vor der Oeffentlichkeit schaffen sollte, nicht dauernd beeinträchtigen können. Darum hätte es wohl kaum noch des äußeren Anstoßes bedurft, den der Vorstand des B. I. C. durch Eröffnung einer, nach meiner genauen Kenntnis der Dinge ungerechtfertigten, von irrigen Voraussetzungen ausgehenden, jedenfalls ab r überaus gehässigen Polemik gegen unseren Verband gab, um den Heidelberger K. C.-Tag zu dem definitiven Entschluß zu führen, das eigene Organ, die „K. Ei- Blätter ", — im Großen und Ganzen auf der Basis des ersten Block'schen Entwurfes lAntrag Bavaria 1906, Antrag A. H. V. Rheno-Silesia l 910)—in's Leben zu rufen. Dem Entschlüsse folgt n u n m e h r die Tat: Die K. C.-Blätter erscheinen. — Wir dürfen hoffen, daß sie dem K C. und seiner Sache zu dauerndem Segen gereichen, daß sie seine Stetttlng unter den jüdischen Organisationen unseres Vaterlandes, seinen Einfluß auf die akademische Jugend gewaltig sördern und im Sinne einer Vertiefung unserer Bestrebungen allezeit wirken werden. Die K. C.-Blätter werden, indem sie das Gemeinsame unserer Anschauungen dem Trennenden gegenüber betonen, den Zusammenhalt im K. C. stärken, indem sie belehren, das Interesse der Mitglieder, insbesondere der fern von der Hochschule weilenden, an den Verbindungen und unserer Sache heben und den geistigen Eonnex zwischen Jungen und Alten lebendig gestalten. Was sie als Erziehungsmittel nach innen sind, das sollen sie als Aufklärungs- und Kampfmittel nach außen sein: eine gute Wehr und Waffe. Möge jeder K. C.'er nach seinen Kräften dazu beitragen, daß auch diese unsere g e i st i g e Waffe stets blank erhalten und schneidig geführt werde! Den Aktiven. Rede zum 20jLl)rigen Stiftungsfest der Badenia-Bavaria, gehalten von l)r. Fritz Banm (Sprevia, Badenia) Cöln. Junger Bttrsch im ewig jungen Heidelberg! Eine Erinnerung wird in uns wach, getaucht in die große Lust und das kleine Leid der Jtlgend, getragen von farbenfrohem Tone, belebt vom Jubilieren der Jünglingsstimmen unl) Klingen von Becher und Speer. Und wir wc.ndern — des Lebens Blütenmond träumend — Gaß' auf, Gaß' ab, an lieber Stätte tändelnd, selbst in des ernsten Kampfes- Symptomen Abwechselung und Genuß suchend und „denken der Zeit, wo wir dereinst vielleicht es noch ärger getrieben". Grundlegend für die Lebensführung eines jeden von uns ist die Aktivität. So viel sie sich in Aeußerlich. feiten bewegt, so viel bunter Flittertand sie umhüllt, so alt und scheinbar unvernünftig ihre Sitten, auf sie trifft — wie selten je — das kluge Wort vom „tiefen Sinn im kindlichen Spiele" zu. Wir führen die straffe Korporationsdisziplin, in der die Wesenheit des Aktiven gründen und fuße., soll, den Charakter zu schulen. Der Umstand, daß fast jede Stunde des Tages sowie jede Tat an ehren-