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KC-Blätter · 1910-10-01 · Heft 1 (1.10.1910) · p. Seite 6

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 1 (1.10.1910)
Date
1910-10-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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t.® 6 Verbandes stellte er eine Reihe ansprechender und unseren Bestrebungen angemessener Arbeiten in dem von ihm herausgegeben K. C. Jahrbuch zusammen, das überall. — mit der fast selbstverständlichen und niemanden überraschenden Ausnahme weniger, ausschließlich den Interessen der zionistischen akademischen Verbände dienenden Blätter — sympathisches Interesse und günstige Kritik fand. Es gelang dem rührigen Herausgeber, dem ersten Jahrbuch ein zweites nicht minder gut ausgestattetes folgen zu lassen. Allein es zeigte sich doch, daß die-Herausgabe solcher nur in großen Abständen erscheinender und mit ihren Darbietungen im allgemeinen nicht an die Fragen der Tagespolitik anknüpfender Werke mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Das K. C- Jahrbuch konnte und sollte auch nicht eine in kurzen Zwischenräumen erscheinende Verbandszeitung mit journalistischer Ausstattung ersetzen. Das Bedürfnis nach einer solchen war aber im Laufe der Jahre immer lebhafter geworden. Als vor mehr denn 10 Jahren die alte Breslauer Viadrina, vor 8 Jahren die alte Badenia zu Heidelberg und uni dieselbe Zeit die Friburgia zu Freiburg vvn den akademischen Behörden dauernd suspendiert wurden, bäumte sich unser Rechtsgefühl auf gegen die Begründung oder besser Nichtbegründung dieser Maßnahmen. Damals konnten die Universitärsamtmänner der badischen Universitäten erklären, daß das Verbot einer couleurtragenden jüdischen Korporation erfolge, weil die bloße Existenz einer solchen den akademischen Frieden zu gefährden vermöge. Daß mit einer derartigen Begründung das Jnkorporationsrecht der jüdischen Studenten praktisch beseitigt, die jüdischen Studenten zu akademischen Bürgern minderen Rechts gestempelt, und die Existenz jeder aus Juden bestehenden studentischen Korporation von der Gnade des gntisemitischen Teils der Studentenschaft abhängig gemacht, ja antisemitische Exzesse geradezu provoziert wurden, focht damals Senat und Amtmann wenig an. Irgend eine Kritik in der Presto hauen sie kaum zu fürchten, weil bekanntermaßen selbst der Teil der liberalen Presse, der sich für die staatsbürgerliche Gleichberechtigung im allgemeinen einzusetzen pflegt, der Erörterung der Einzelfälle des verletzten Rechtes der Juden sich gerne entzieht. In jenen Tagen vermißte der K. C. schmerzlich den Besitz eines eigenen Organes, das auch imstande gewesen wäre, das heuchlerische antisemitische Denunziantentum zu kennzeichnen, das z. B. der Suspension der Badenia zu Grunde lag. Wiederum entbehrte der K. C. der nötigen journalistischen Vertretung, als an den Hoch, schulen die Bewegung gegen die konfessionellen Verbindungen einsetzte und vielerorts von antisemitischer Seite versucht wurde, die der Notwehr entsprungene und lediglich der Abwehr dienende Exklusivität der dein K. C. angehörenden Korporationen in gleicher Beurteilung erscheinen zu lassen wie die durchaus freiwillige und keineswegs bloß Abwehrzwecken dienende konfessionelle Absonderung der katholischen Korporationen. Damals wäre es vielleicht bei der herrschenden Stimmung möglich, auf alle Fälle aber nötig gewesen, wenigstens einen Teil der deutschen akademischen Jugend gerade unter dem Gesichtspunkt der Bekämpfung des konfessionellen Abschlusses über die llnvereittbarkeit eben dieser Bekämpfung .und des Verhaltens der meisten studentischen Verbünde den jüdischen Studenten gegenüber zu belehren und sie von der Existenzberechtigung unserer Korporationen zu überzeugen, wie letzteres wenigstens an eittigen Orten gelegentlich der darüber in den Studentenausschüssen geführten Erörterungert den Vertretern einzelner K. E.-Korporationen gelungen ist. Wünschenswert wäre cs auch gewesen, die wenig freundliche, mindestens höchst ungeschickte und am allerwenigsten im allgemein-jüdischen Interesse gelegene Kritik zurückweisen zu können, die damals seitens der den zionistischen Korporationsvcrbänden nahestehenden Presse der wohlerwogenen Stellungnahme einzelner K. C'.-Verbindungen gegenüber geübt wurde. — Dazu kam. daß das Organ des „Verbandes der deutschen Hochschulen" zum guten Teile in rasseantisemitischen Bahnen wandelte und einer journalistischen Kontrolle unsererseits bedurfte. Unter solch m Umständen beschloß der Berliner K. C-Tag im Jahre 1906 auf bcn Antrag der Heidelberger K. V. die Herausgabe einer Monatsschrift, über deren Inhalt, Leitung und V erwaltung im Wesentlichen von den Kartellbrüdern Block und M o lling ausgearbeitete und vom K. C. genehmigte Satzungen das Erforderliche bestimmten. Dank den Bemühungen des Kartellbruders Block, der den einen der drei Redakteurposten bekleiden sollte, war die erste Nummer der „Monatshefte" druck fertig, auch für die nächste Nummer genügendes Material zusammengestellt. Wenn trotzdem der Beschluß unausge-

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