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Altneuland · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 349

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Palästina-Agrikultur-Gesellschaft
Date
1906-12-01
Page
Seite 349 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 349 — nicht für 100 000 Frcs. verkaufen würde. Ein österreichischer Konsulatsbeamter verkaufte vor kurzem eine Pflanzung von 6 ha, von denen erst 4 ha ertragsfähig sind, für 90 000 Frcs. Er gab diese Besitzung in der Ueberzeugung ab, dass er unter den heutigen günstigen Verhältnissen und den grösseren Erfahrungen im Pflanzungsbaue für dasselbe Kapital viel grössere Werte schaffen könne. In der Kolonie Hedera legt die Gesellschaft „Izhar" eine Pflanzung von 70 ha mit Oliven an, dieselbe wird nach Angabe des Geschäftsleiters bis zum Tage der Ertragsfähigkeit nicht mehr * als 660 Frcs. pro Hektar inkl. des Bodenpreises gekostet haben. Nach zehnjährigem Bestehen wird sie aber aller Voraussicht nach schon einen Jahresertrag von 200 Frcs. pro Hektar, nach 15 Jahren sogar 400 Frcs. jährlich einbringen. Nach den eigenen Erfahrungen des in Palästina ansässigen Agronomen Aaronsohn wirft die Rebe als Trägerin von Rosinen- und Tafeltrauben so viel ab, dass nach dem fünften Jahre die Kosten für Pflanzung und Bodenpreis gedeckt sind, natürlich unter der Voraussetzung, dass das Grundstück nicht zu teuer erworben und rationell bewirtschaftet wurde. Auch die Mandel- und Aprikosenkultur beginnt neuerdings im Lande an grösserer Ausdehnung zu gewinnen. Die Stadt Ramleh verdankt einen grossen Teil ihrer Einnahmen der letzteren Kultur. Die Mandel war sogar im letzten Jahre der gesuchteste Artikel auf dem Markte von Jaffa. Kurzum, man betrachtet in Palästina eine Einnahme von 15—20% als die zu erwartende Verzinsung für richtig angelegte und gut geleitete Pflanzungen. Die zunehmende Prosperität des Landes lässt sieh nicht länger leugnen, wenn man die Steigerung der Bodenpreise beobachtet. So z. B. stieg in Pethach-Tikwah der Bodenpreis des für Orangerien geeigneten Landes seit 7 Jahren von 250 Frcs. auf 2500 Frcs. pro Hektar. Das Bauterrain in Jaffa stieg sogar in derselben Zeit von 1 Piaster (= 16 Ctms.) auf 1 Medjidie (= 4,20 Frcs.), im Zentrum der Stadt sogar auf I Napoleon d'or pro Ouadratelle. Ebenso gehen die Bodenpreise in der Gegend von Haifa sowie in der Nachbarschaft vonTiberias in die Höhe, und selbst im entlegenen Merdsch Ajün bezahlte die Jewish Colonisation Association schon über 1000 Frcs. pro Hektar Ackerboden.

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