Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1906)
- Article
- Palästina-Agrikultur-Gesellschaft
- Date
- 1906-12-01
- Page
- Seite 348 (sequence 4)
- Language
- German
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— 348 — mit ihm befreundet, weil er bei ihm Verdienst findet und von ihm die Bearbeitung des Bodens immer besser erlernt. Auch die lokalen Behörden sehen nicht mehr mit argwöhnischen Blicken auf die europäischen Niederlassungen. Zumal sind ihnen die jüdischen Kolonien sympathisch, da sie nie internationale Komplikationen heraufbeschwören. Die Fremden- Siedlungen vermehren zudem die Steuerkraft des Landes, wobei auch der Beamte auf seine Rechnung kommt. So erklärt es sich, dass die Beziehungen zu den Behörden und den Kolonien gewöhnlich freundschaftliche sind und der europäische Ansiedler eine ganze Anzahl von Privilegien vor dem eingeborenen Fellahen geniesst, die ihm allerdings offiziellerweise nicht zugestanden werden. Bei der Uebertragung der Besitztitel zeigte sich die Verwaltung neuerdings weit entgegenkommender als früher, was besonders bei den von der Anglo-Palestine Cy. Ltd. im letzten Jahre vorgenommenen Landkäufen zutage trat, deren Uebertragung ins Grundbuch hinsichtlich der Korrektheit und Pünktlichkeit nichts zu wünschen übrig Hess. In demselben Masse wie die Verkehrsverhältnisse und die Sicherheit des Landes sich hoben, verbesserte sich auch die Landeskultur. Der arabische Holzpflug mit kleiner Eisenspitze weicht allmählich dem europäischen Pfluge und Untergrundpfluge. — Gesät und geerntet wird schon vielfach mit Maschinen, und fremde, bisher unbekannte lukrative Kulturen bürgern sich immer mehr ein. Vor allem nimmt der Plantagenbau, für den das Land in erster Linie geeignet ist, immer grössere Dimensionen an. Gerade in jüdischen Kolonialkreisen ist man zur Erkenntnis gekommen, dass gut durchgeführte Pflanzungen ganz ungewöhnlich hohe Erträge liefern, woraus sich die rastlose Tätigkeit der Kolonisten auf dem Gebiete der Orangenkultur erklärt Der Wert des Plantagenbestandes der Kolonie Pethach- Tikwah wird schon heute auf 5 000 000 Frcs. veranschlagt. Niehl nur Landwirte, sondern wohlhabendere Stadtbewohner der verschiedensten Berufsarten haben sich daher seit etwa 7 Jahren in der Umgebung von Jaffa auf die Kultur von Orangen geworfen und haben damit den Grundstock zu beträchtlichem Vermögen gelegt. So versicherte kürzlich einer derselben, dass er seine Pflanzung, die ihn vielleicht 20 000 Frcs. gekostet hat,