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Altneuland · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Palästina-Agrikultur-Gesellschaft
Date
1906-12-01
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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— 350 — Im ganzen Lande beobachtet man eine langsam ansteigende Tendenz der Bodenpreise. Die deutschen Kolonisten nahmen diese günstigen Umstände wahr und vermehrten ihr Areal durch die Gründung neuer Kolonien bei Jehudia in der Jaffagegend und Bet Lahem in der Ebene Jesreel. Aber auch der jüdische Unternehmungsgeist muss hier zugreifen und darf den geeigneten Moment unter keinen Bedingungen unbenutzt verstreichen lassen. Der kleine Kolonist, der nicht über freies Kapital verfügt, kann ebensowenig von den günstigen Umständen profitieren, wie vorläufig die grossen Kolonisations - Gesellschaften mit philanthropischen Grundsätzen, da diese zu wenig Bewegungsfreiheit haben, und ihre Tätigkeit durch Traditionen beschränkt ist Eine über bedeutende Mittel verfügende Gesellschaft dagegen, die sich mit allen Zweigen der Landwirtschaft, mit Garten und Pflanzungsbau, Viehzucht und landwirtschaftlichen Gewerben, wie Mehl- und Oelmühlen, befasste, würde sicher bei sachgemässer Leitung zu glänzenden Ergebnissen gelangen. Eine derartige rein geschäftliche Unternehmung würde imstande sein, jüdischen Kreisen zu beweisen, dass die „Terra nova" eine „Terra aurea" sei, während bisher die praktische Betätigung in Palästina grösstenteils den Zweck hatte, betende Bettler zu unterhalten. Die in Gründung begriffene Palästina-Agrikultur-Gesellschaft wird rein geschäftliche Ziele verfolgen; während sie den wohlhabenden Juden Europas zu einer guten und sicheren Kapitalanlage Gelegenheit bietet, gewährt sie gleichzeitig dem von so vielen Ländern durch Einwanderungsverbot fern gehaltenen jüdischen Proletariate des Ostens das, was es am meisten bedarf: Arbeit und Brot. INFORMATIONEN UEBER AEGYPTEN. Der Teil Aegyptens, der zunächst für jüdische Einwanderung eine Rolle spielen kann, nämlich Unterägypten mit den Städten Kairo und Alexandria, kommt weder als ein Teil, noch als ein Nachbarland Palästinas im engeren Sinne in Betracht., Da aber Palästina in vielen Dingen (Export und Verkehr usw.) auf Aegypten angewiesen und ein lebhafterer Verkehr zwischen

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