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Altneuland · 1906-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1906) · p. Seite 341

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1906)
Article
Künstliche Bewässerung in Kalifornien [Nachricht]
Date
1906-10-01
Page
Seite 341 (sequence 3)
Language
German
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— 341 — ziehenden Hauptkanal bewirkt. Dieser Hauptkanal ist, falls das Wasser knapp oder kostspielig zu beschaffen, überdeckt oder, wo dessen Boden durchlässig, das Bett mit Steinen oder Zement befestigt Hier du ch wird Wasserverlust durch Verdunsten oder Versickern vermieden. Man verwendet für diesen Zweck auch oft Eisenrohre. Dieser Hauptkanal muss nach allen Seiten des zu bewässernden Geländes event. durch künstliches Hochlegen Gefälle haben. An beiden Seiten sind an geeigneten Stellen Auslässe angebracht, durch die das Wasser über das vorher nivellierte Gelände verteilt werden kann. Das Gelände wird, je nachdem man Rinnen für den Wasserlauf machen oder planieren will, mit Pflügen nach Art des gewöhnliches Pfluges oder nach Art des Schneepfluges bearbeitet. Man leitet das Wasser so nahe an die Pflanzen oder Bäume, dass diese oberhalb des Bodens selbst nicht bespült, aber beim Versickern desselben die Wurzeln gut befeuchtet werden. Die durch den Pflug hergestellten Rinnen ziehen sich von iedem Auslauf des Hauptkanals in Windungen über einen abgegrenzten Teil des Geländes, so dass der Wasserlauf überall seine Wirkung ausüben kann, oder man planiert das Terrain so sorgfältig, dass immer ein Teil durch Ueberflutung gleichmässig mit Wasser überschwemmt wird, ohne später Wasserlachen zu hinterlassen. Bei der Bewässerung durch Ueberflutung schützt man die Pflanzen resp. Bäume durch aufgeworfene Erde ebenfalls vor dem direkten Anstrom des Wassers, damit sie nicht durch Fortspülung von Erde entblösst werden. In der heissen Jahreszeit wird nach der Bewässerung die vom Pfluge aufgeworfene trockene Erde über die feuchte gebreitet, um ein zu schnelles Verdunsten der Feuchtigkeit zu verhindern. Wieviel Wasser dem Gelände zugeführt werden muss, hängt von verschiedenen Umständen ab und ist nur durch Erfahrung festzustellen. Es sprechen hierbei Sonnenschein und schon gefallener Regen, Bodenbeschaffenheit, d. h. ob das Wasser schnell in tiefere der Kultur nicht zugängliche Schichten durchsickert oder ob das Wasser in oberen Bodenschichten gehalten wird, ebenso ob die Pflanze viel oder wenig Wasser benötigt, ob deren Wurzeln tief oder flach in den Boden gehen, mit. Mir wurde von kalifornischen Pflanzern gesagt, dass sie während der trockenen Jahreszeit im allgemeinen 21/2—3 inches 6—p71/2 cm Wasser monatlich dem Boden zuführen. Eine sehr praktische Einrichtung, um die Quantität des zu verwendenden Wassers zu messen, habe ich in Kalifornien gesehen. Dort ist vor dem Auslass am Hauptkanal ein Holzbassin angeordnet, •in dessen Wand ein rundes Loch eingeschnitten ist. In dem Holzbassin wird durch Zufluss aus dem Hauptkanal der Wasserstand immer auf gleicher Höhe gehalten und es ist danach leicht zu bestimmen, wieviel Wasser in der Minute durch dieses Loch laufen kann. Hat man diese Zahl, dann ist es bequem zu berechnen, wieviel Zeit das Wasser laufen muss, um die gewünschte Menge Wasser auf das Terrain zu bringen. In vielen Fällen ist die Schaffung der Anlagen zur künstlichen Bewässerung erst mit Aufwand grosser finanzieller Mittel möglich gewesen, und es haben sich deshalb Gesellschaften gebildet, um dieses Kapital aufzubringen; mittels desselben sind weit abgelegene Flussläufe oder natürliche Wasserreservoirs zur Bewässerung grosser Flächen nutzbar gemacht worden. Für die Zuführung des Wassers lassen sich diese Gesellschaften von den einzelnen Farmern im Verhältnis zu ihrer Ackerfläche oder nach stundenweiser Wasserentnahme bestimmte Abgaben zahlen. Sowohl die Erfolge dieser Gesellschaften wie die der Abnehmer von Wasser sind gleich gut Im Staate Colorado z. B. gibt es jetzt nach den

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