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Altneuland · 1906-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1906) · p. Seite 340

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1906)
Article
Künstliche Bewässerung in Kalifornien [Nachricht]
Date
1906-10-01
Page
Seite 340 (sequence 2)
Language
German
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— 340. - Verwertung in Nordamerika" folgen, die uns den grossen Wert, den die künstliche Bewässerung für Kalifornien hat, veranschaulichen. Diese Ausführungen enthalten manche auch für uns wertvolle Angaben. Künstliche Bewässerung. Schon vor hundert Jahren haben die Missionen in Südkalifornien versucht, durch künstliche Bewässerung auf dem dürren Boden Obstkultur zu treiben. Die Versuche sind aber wohl nicht genügend beachtet worden, denn es vergingen 50 Jahre, ehe Deutsch-Amerikaner, ebenfalls in Kalifornien, in Annaheim, nicht weit von Los Angeles, mittels künstlicher Bewässerung Obstplantagen anlegten und gute Erfolge erzielten. Von diesem Zeitpunkte an beginnt erst die eigentliche Entwickelung des Obstbaues im Westen und damit die Bedeutung des amerikanischen Obstbaues überhaupt. Landstrecken, auf denen Viehherden während einiger Monate im Jahre notdürftig Futter fanden, wurden durch künstliche Bewässerung fruchtbar gemacht und zum Acker- oder Gartenbau herangezogen. Aber auch in Gegenden, wo bereits Acker- und Gartenbau auf Grund genügenden Regenfalles betrieben wurde, führte man die künstliche Bewässerung ein, um sich von dem oft nicht rechtzeitig fallenden Regen unabhängig zu machen, und erhöhte hierdurch die Erträge. Für die künstliche Bewässerung kommen zwei Hauptfragen in Betracht: 1. Wie und woher das Wasser nehmen; 2. Wie das Wasser am besten verwenden. Für die Herbeischaffung von Wasser gibt es verschiedene Wege, die je nach Umständen benutzt worden sind. Wenn sich ein höher gelegener Flusslauf oder ein natürliches Wasserreservoir in der Nähe des zu bewässernden Terrains befindet, wird das Wasser durch einen offenen oder verdeckten Kanal oder auch mittels Röhren zu dem Terrain geleitet. Liegt das zu bewässernde Terrain in der Nähe eines Gebirges, so hat man auch durch Stauung oder Zusammenleitung einzelner Bäche, welche besonders nach Regenzeit Wasser führen, die hierfür angelegten Bassins gefüllt. Das so gesammelte Wasser wird dann während der trockenen Zeit benutzt. Auch höher gelegene Wasserbassins, welche durch Berge von den zu bewässernden Terrains getrennt liegen, hat man durch heberartig angelegte Röhren oder mittels Durchstich der Berge diesem Zweck dienstbar gemacht. Wo solche Wasserentnahmestellen nicht vorhanden, hat man durch Brunnen das Wasser aus der Tiefe, oft bis 500 Fuss, geholt und das Terrain damit bewässert. Wenn das Wasser aus sehr tiefen Schichten gepumpt und infolgedessen sehr kalt an die Oberfläche kommt, könnte es den Pflanzen schaden und wird deshalb vor der Benutzung in Bassins oder durch Gräben geleitet, um es zu temperieren. Trotzdem die letzt angeführte Art der Wasserbeschafifung die kostspieligste ist, sind die aufgewendeten Kosten klein gegenüber dem durch die Bewässerung erzielten Erfolg. Im Santa Clara County, Kai. wird Wasser aus einer Tiefe von 70 Fuss mittels Pumpe und Gasolin-Lokomobile geholt; mit dieser Anlage werden innerhalb 10 Stunden 360 000 Gallonen gleich 1520 cbm Wasser gefördert, und die Kosten stellen sich hierfür inkl. Verzinsung, Absehreibung usw. auf 3 $ =. 12,60 M. Dies Wasserquantum reicht zu einer Bewässerung von 5 Acker, — ca. 8 Morgen auf eine Höhe von über 2l/2 inches — 6V2 cm> das ist also ca. 1,58 M. per Morgen. In der Nähe von Colusa, nicht weit von Sacramento, ist eine Obstplantage von 1100 Acker, die etwa für die Hälfte der vorerwähnten Kosten bewässert wird, allerdings bei geringerer Tiefenlage des Wassers. Die Bewässerung der in Kultur genommenen Fläche wird gewöhnlich von einem, dieselbe durch-

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