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Altneuland · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. Seite 286

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
Das Landwirtschaftswerk der "Alliance Israélite Universelle"
Date
1906-09-01
Page
Seite 286 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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— 286 — Natur des Bodens und seiner sparsamsten Bearbeitung ermöglichen uns, die jedem landwirtschaftlichen Betrieb anhaftenden natürlichen Zufälligkeiten auf das geringste Mass herabzusetzen. Hätten wir nicht unsere Ausgaben für die allmähliche Neuauffüllung unserer durch die Rinderpest von Ende 1903 geleerten Ställe erhöhen müssen, so wäre ein sehr beträchtlicher Nutzen geblieben. Die Einnahmen aus dem landwirtschaftlichen Betrieb beliefen sich auf Frcs. 65 963,80, die Ausgaben stiegen auf Frcs. 57 911,30, so dass der Nettogewinn Frcs. 8052,50 betrug. Ackerbau. — Da man sich nach dem besonderen Klima dieser Gegend richten muss, das das landwirtschaftliche Jahr in zwei Jahreszeiten einteilt: die Winter- oder Regenzeit und die Sommerzeit oder die Zeit der Trockenheit, so hängt der Erfolg im wesentlichen davon ab, dass man die Kulturen mit dem meteorologischen Vorbedingungen des Landes in Einklang bringt. Obwohl in diesem Jahr der Gang der Vegetation weder durch zu späten Eintritt des Regens noch durch vorzeitiges Erscheinen der Trockenheit beeinträchtigt worden ist, gibt es doch für jede Kultur ein so ungewisses physiologisches Moment, dass die sicherste Erfahrung straucheln kann. Zuerst habe ich konstatiert, dass in Mikweh die gejäteten Kulturen, die den Boden reinigen und zur Kultur von Graspflanzen vorbereiten sollen, und die bei den Arabern fast immer erfolgreich sind, bei uns fehlschlagen oder, wenn sie selbst gut tragen, nichts einbringen, weil die dazu erforderliche Arbeitskraft zu kostspielig ist. So hat der Sesam zwar 10 hl pro Hektar, das ist das Fünfzehnfache der Aussaat, getragen, hat aber nur den mageren Gewinn von 182 Frcs. eingebracht. Die Aussaat der Gerste und der Hülsenfrüchte, verschiedene Bohnensorten, Kichererbsen, Bohnen und Wicken waren infolge von sofort eingetretenen starken Regengüssen vollständig von Unkraut überwuchert und verdorben worden. Sie wurden zum grössten Teil als Gras gemäht und ihr Ertrag blieb unter dem Durchschnitt. Dagegen haben Hafer und Weizen ausserordentlich günstigen Ertrag gehabt. Hafer hat 44 hl pro Hektar gebracht, das ist das Zehnfache der Aussaat, und hat einen Ueberschuss von genau 7169 Frcs. ergeben. Der Weizen brachte 17 hl pro ha, das Neunfache der Aussaat. Alle Besucher haben in diesem Sommer unsere Getreide- und Strohschober wegen ihrer Menge und ihrer Qualität bewundert. Ich muss noch bemerken, dass der Versuch mit dem feinen Weizen von Noe .vollständig gelungen ist. Weinberge und Keller. — Genauer Reinertrag 4431 Frcs. Dank der gleichmässigen Verteilung des Regens, der Pflege, der zweimaligen Bearbeitung und der sachkundigen Behandlung der Weinberge haben diese 169 279 kg Trauben hervorgebracht, das sind 5642,6 kg pro Hektar. Einen Teil dieser Trauben haben wir in irischem Zustande verkauft. Nur 165 965 kg sind zur Weinbereitung genommen worden und haben 1131,5 hl Wein ergeben, 37,72 hl pro Hektar. Da das Wetter das Reifen der Trauben ausserordentlich begünstigt hat, rechnen wir darauf, dass die Qualität des Weines seiner Quantität nicht nachstehen wird. Die augenblickliche Krisis im Weinhandel und der daraus folgende Rückgang im Verkauf hat uns gezwungen, vor der Weinlese neue Lagergefasse machen zu lassen. Aber seit kurzem hat der Abzug wieder mit ziemlichem Eifer begonnen und verspricht für unsere Keller noch gute Tage. Hoffen wir, dass wir nicht gezwungen werden, wie es bei den Kolonisten vielfach geschehen ist, einen Teil unserer "Weinstöcke auszureissen und dafür Mandelbäume zu pflanzen. Mandelbäume. — Genauer Reingewinn 280 Frcs. Im Jahre 1904 war der Gewinn 688 Frcs. gewesen. Wie die meisten Obstbäume pflegen auch die Mandelbäume nach einer grossen Ernte sich auszuruhen, um neue Kräfte zu"

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