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Altneuland · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. Seite 285

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
Das Landwirtschaftswerk der "Alliance Israélite Universelle"
Date
1906-09-01
Page
Seite 285 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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— 285 — Neigung der Schüler, zu der früheren Gepflogenheit der theoretischen Studien zurückzukehren, musste eine gewisse Reibung hervorrufen, die bei der Inspektionsführung durch Herrn Pariente in der Forderung Ausdruck fand, ganz spezielle technische Aufgaben in das Programm aufzunehmen. Wir machen eine Uebergangszeit durch. Die nächste Generation wird weniger anspruchsvoll sein, besonders wenn die Leiter unserer Elementarschulen ihre Bewerber gegen die trügerischen Hoffnungen und Versprechungen sofortigen Kolonisationsbeginns wahren wollen. Wir müssen unsere Zöglinge mit dem Gedanken vertraut machen, dass sie später das Leben eines Landmannes zu führen haben, zunächst aber das eines Landarbeiters, dann das eines Pächters, ein schlichtes, bescheidenes, aber ehrbares und unabhängiges Leben. Geschieht das, so werden ihnen Enttäuschungen und Fehlschläge erspart weiden, so wird die Schuldisziplin ihnen leichter, die Ernährung angenehmer, die Zukunft lachend erscheinen. Es ist unvermeidlich, dass in ein Internat mit seinen verschiedenen Elementen sich auch räudige Schafe einschleichen. Diese musste man zur Sicherung der Herde entfernen. Unterricht. — Das Programm ist fast vollständig innegehalten worden. Namentlich im Winter haben die Studien regelmässigen Fortgang. Die Zöglinge haben Zeit und Möglichkeit, sich der Arbeit zu widmen, die eine gewisse geistige Anspannung erfordert. Im Sommer verlangen Ernte und Weinlese die Mithilfe vieler Arme ausser den bezahlten Kräften. Das erzwingt ein Nachlassen und zuweilen eine Unterbrechung der Studien. Die Lehrer sind gezwungen, ihre Unterrichtskurse auf die wesentlichsten Teile zu beschränken. Die Zöglinge wiederum ergänzen die Vorlesungen durch Lektüre von Büchern, die sie aus der von Ihnen unaufhörlich vermehrten Bibliothek entlehnen. Die Zöglinge des vierten Jahrgangs veranstalten allsabbatlich in Gegenwart ihrer Kameraden reihum Unterhaltungen über verschiedene landwirtschaftliche Gegenstände, was sie veranlasst, ihre Aufzeichnungen nachzusehen und zu' ihrem und ihrer Kameraden Nutzen die landwirtschaftlichen Werke nachzuschlagen. Personal. — Das Personal besteht aus dem Direktor, drei landwhtschaftlichen Lehrern, einem Kellermeister, einem wissenschaftlichen Lehrer, einem Lehrer des Hebräischen, einem Pharmazeuten, ferner einem Koch mit zwei Küchenjungen, einem Kommissionär, einem Vorratsaufseher, einem Bäcker, einer Wäschebeschliesserin, einer Köchin für das Personal und den Wächtern. Es ist mir ein Vergnügen, an dieser Stelle den eiusichtsvollen Eifer zu bezeugen, mit dem unsere Lehrer und alle unsere Angestellten, jeder in seinem Fach, ihre Obliegenheiten erfüllen. Niederschlagsmenge. — In meteorologischer Hinsicht ist Palästina in diesem Jahre wohl bedacht gewesen. Wir wurden nicht bloss durch einen Regenfall von 600 mm begünstigt — das ist das Mittel des für eine normale Vegetationsentwickelung notwendigen Wassers —, sondern der Regen fiel auch gleichmässig und in solcher Verteilung, dass er allen unseren Kulturen zugute kam. Stürme und Wolkenbrüche blieben aus. Daher waren auch die Ernten recht befriedigend, das landwirtschaftliche Jahr im ganzen gut. Landwirtschaftliche Ausbeute. — Der frühe Oktoberregen hat uns gestattet, unser Land rechtzeitig zu bestellen, im Laufe des November die Aussaat zu beginnen und sie bis Mitte Januar auszudehnen. Vier bis sechs Monate lang entwickelte sich die Vegetation normal, so wie im Gebiet des Mittelländischen Meeres. Die von unseren Leuten während einer langen Periode tastender Versuche gesammelte Erfahrung, die Kenntnis der klimatischen Bedingungen, der

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