Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Pflanzungsverein "Palästina"
- Date
- 1906-09-01
- Page
- Seite 278 (sequence 4)
- Language
- German
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278 — wird das erworbene Land durch Pächter bewirtschaftet werden. Durch je 50 Mitglieder kann eine Bauernfamilie ihren Unterhalt finden, und die Hälfte dieser Zahl genügt, um einer in den benachbarten Kolonien in den arbeitsreichen Monaten beschäftigten Arbeiterfamilie zur Bodenständigkeit zu verhelfen. Es ist klar, daß jeder durch seinen Beitritt mit einen Ziegelstein herbeibringt zu unserem großen Bau. Die Förderung der Gartenkultur, für die sich Palästina sehr eignet, durch den Verein, wird die Fruchtbarkeit und Aufnahmefähigkeit Palästinas bedeutend steigern. Die Wichtigkeit des Pflanzungsvereins „Palästina" liegt noch anderswo. Wir müssen für unsere Arbeiten das ganze Judentum gewinnen. Dies wird geschehen können, wenn wir unsere Aufgaben zweckmäßig einteilen, um für jede einzelne der Mithilfe entsprechender gleiehgesinnter Kreise außerhalb des Zionismus sicher zu sein. Gerade der Pflanzungsverein „Palästina" kann in dieser Hinsicht sehr ersprießlich wirken. Es ist keineswegs zu leugnen, daß im Judentum der Sinn für soziale Arbeit stark ausgebildet ist. Nicht gering ist die Zahl derjenigen, die die Notwendigkeit einer solchen sozialpolitischen Arbeit für das ganze Judentum — über den Rahmen einer Gemeinde Wohltätigkeit hinaus — einsehen, großes Verständnis ihr entgegenbringen und nach Kräften sie fördern möchten. Es ist nicht anzunehmen, daß in diesen Fällen Palästina ausnehmend schlecht behandelt werden sollte. Seit vielen Jahren tritt man so eifrig für die Verbreitung der Agrikultur unter den Juden ein. Sollte man nun dem entgegentreten, wenn diese Idee in Palästina verwirklicht werden kann, und zwar obwohl sie nirgends sonst gleich günstige Aussichten auf Verwirklichung hat? Man sucht so gierig jedes Plätzchen auf, wo jüdischen Flüchtlingen Ruhe verschafft werden kann. Sollte man es verschmähen, wenn es in Palästina, und zwar hier leichter als sonst irgendwo, gefunden werden kann? Für die frommen Juden hat Erez Israel nie aufgehört das heilige Land unserer Väter zu sein, das verheißene und ersehnte, für das sie so viele Opfer bringen. Auch unter ihnen beginnt die Einsicht zu reifen, daß man das viele Geld, das jährlich ins Land fließt, nutzbringender verwenden müßte. Werden es die Orthodoxen außerhalb des Zionismus nicht als ihre Pflicht anerkennen, mitzuhelfen, daß jüdische Erde in