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Altneuland · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. Seite 273

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
Die Entdeckung des wilden Urweizens in Palästina
Date
1906-09-01
Page
Seite 273 (sequence 8)
Language
German
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— 273 — Andeutungen keineswegs mit Deutlichkeit hervor. D u r e a u de 1 a Malle, der hier eine geschichtliche U eberlief er ung vermutet, fragt sich, welches Nysa wohl gemeint sein könne von den sieben, die das Altertum kannte. Er gelangt zu dem Ergebnis, es müsse dasjenige Nysa gewesen sein, das später den Namen Tiberias erhielt. In neuerer Zeit ist nun festgestellt worden, daß auf dem benachbarten Berge Thabor die wilde Stammart unserer Gerste (Hordeum spontaneum) besonders verbreitet sei. Schon lange hatte sich unser größter Zerealienkenner Geh. Rat Prof. Kör nicke angesichts dieser Tatsache und im Hinblick auf D u r e a u d e 1 a Malle an der Vorstellung ergötzt, daß man auch mit einer falschen Prä. misse zu einem richtigen Ergebnis gelangen könne; jetzt, infolge der Entdeckung Aaronsohns, wo für die Gegend von Tiberias zu der Urgerste sich noch der Urweizen gesellt, ruft er in einem Briefe halbspöttisch aus: „also muß die Erzählung der ägyptischen Priester unantastbar sein wie ein Dogma." Es sei aber gleich hinzugefügt, daß Körnicke, was den von Diodor überlieferten Mythus anbelangt, die Sache nur als ein Kuriosum behandelt wissen will. Man darf überhaupt nicht vergessen, daß wir uns der aus dem Nachlaß der alten Schriftsteller erhaltenen Erbschaft immer nur mit der Rechtswohltat des Inventars zu erfreuen haben. Es sind eben oft etwas lose aneinander gereihte Angaben aus unbekannten Quellen, die uns dargeboten werden» Derselbe Diodor, der uns die schöne Geschichte von den Wohltaten der Isis erzählte, schreibt im weiteren Verlaufe seiner historischen Bibliothek die nämlichen Verdienste um das Menschengeschlecht anderen Gottheiten zu. In seinem Sizilien behandelnden „ Inselbuch" sagt er, offenbar beeinflußt durch eine Stelle in der Odyssee (I, 9): „In verschiedenen Gegenden Siziliens wächst heute noch der sogenannte wilde Weizen," und er versucht die Wahrscheinlichkeit einer dort erfolgten ersten Einführung der sizilianischen Grasart in den Haushalt des Menschen durch den Umstand zu erklären, daß solches nur möglich gewesen sei auf dem denkbar besten Boden und wo, nach dem Ausspruch Homers, „nur befruchtender Regen von Jupiter macht es erwachsen", alles von selbst gedeihe. Die Göttinnen, die diesen Fruchtanbau erfanden, seien überdies bei den Sizilianern mit Vorliebe verehrt worden. Wahrscheinlich meint Diodor die Ceres und die Proserpina. Es dürfte von Interesse sein, daß die Flora von Sizilien verschiedene dem Weizen nahestehende

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