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Altneuland · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. Seite 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
Die Entdeckung des wilden Urweizens in Palästina
Date
1906-09-01
Page
Seite 272 (sequence 7)
Language
German
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— 272 — Gerste und Weizen — diese beiden Gewächse werden immer wie Geschwister nebeneinander genannt •— den Menschen zuerst durch Isis und Osiris gelehrt worden sei. Isis hätte die Frucht des Weizens und der Gerste entdeckt. Von den Menschen wären diese wildwachsenden Pflanzen unbeachtet geblieben. Daher pflege man auch in Aegypten bei der Ernte die ersten Aehren dem Andenken der Isis zu weihen. Osiris, Bruder und Gemahl der Isis, hätte die Zubereitung dieser Kornfrüchte erfunden. Dem Ackerbau/also dem Anbau dieser Kornfrüchte, sei er besonders zugetan gewesen. Um nun den Menschen das Pflanzen des Weinstocks und das Aussäen von Gerste und Weizen zu lehren, als Mittel zur Bezähmung der Wildheit, sei Osiris, so erzählt Diodor, durch die ganze Welt gezogen. Für die der gesamten Menschheit erwiesene Wohltat durch diese „im Anfang aller Erfindungen gemachte Erfindung der Früchte" sollen nun Isis und Osiris unter die Götter versetzt und als solche allgemein verehrt worden sein, denn nach dem Ausspruche D i o d o r s hätte sich die Gottheit in ihnen auf die herrlichste Art offenbart. Ihre Gräber, wie einige Schriftsteller behauptet hätten, wären zu Nysa, einer Aegypten benachbarten Landschaft Arabiens, wo Osiris aufgewachsen oder erzogen worden sei, und dort seien auch beiden Göttern Gedenksäulen errichtet. Auf derjenigen, die der Isis geweiht war, hätte man in hieratischer Schrift ein Selbstbekenntnis der Isis lesen können, das in den Worten gipfelte: „Ich habe zuerst den Genuß der Frucht für den Menschen erfunden/' Ueber die geographische Lage von Nysa scheint Diodor nicht recht im klaren gewesen zu sein, denn es gab mehrere Oertlichkeiten dieses Namens. Nach dem dichterischen Zitat, das er anführt, zu urteilen, muß ihm die Gegend als ein hohes und grünendes Waldgebirge (der Thabor?) vorgeschwebt haben. Die uns von den Alten übermittelten Getreidesagen hat vor achtzig Jahren der geistvolle Botaniker Link in seiner „Urwelt-und das Altertum" und vor siebzig Jahren Dureau, de la Malle in seiner Abhandlung über den Ursprung des Weizens und der Gerste am ausführlichsten behandelt. Der französische Forscher geht in bezug auf Nysa von der Annahme aus, daß dort die wild wachsenden Formen der Gerste und des Weizens zuerst aufgefunden worden seien. Indes geht dieser Umstand aus den von Diodor gemachten

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