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Altneuland · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. Seite 258

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
Die Bekämpfung der Malaria
Date
1906-09-01
Page
Seite 258 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 258 — die Kraft haben, die Miasmen eines Sumpfes unschädlich zu machen. Noch jetzt trifft man zuweilen auch Veröffentlichungen, in denen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes, namentlich in Gebieten, wo die Malaria herrscht, die Anpflanzung solcher Bäume an den Straßen und in öffentlichen Parken dringend empfohlen wird. Vor allem wird der australische Gummibaum oder Eukalyptus, der einen balsamischen Geruch aussendet, gerühmt, daß er nicht nur im allgemeinen gesund sein soll, sondern vorzugsweise dem Boden die Malarialuft nehmen soll. So unwissenschaftlich diese Vorstellung erscheint, so halten selbst Fachleute es nicht für unwahrscheinlich, daß zwischen dem Wachstum des Eukalyptus und dem Verschontbleiben gewisser Gegenden von der Malaria ein Zusammenhang bestehen könne. Es ist nur fraglich, ob der gerühmte balsamische Duft der Bäume etwas damit zu tun hat. Von Wichtigkeit ist jedenfalls der Umstand, daß die Eukalypten durch die eigentümliche Anordnung ihres Laubes weniger Schatten geben als andere Bäume. Dadurch vermögen die Sonnenstrahlen nicht nur ihre bakterienfeindliche Kraft besser zu bewähren, sondern auch den Boden wirksamer auszutrocknen und die längere Ansammlung von Pfützen oder sogar großen Sümpfen zu verhindern. Ob daneben der Geruch der Eukalypten den Mücken besonders unangenehm ist, und diese Träger der Malaria fernhalten, ist noch genauer zu untersuchen. Die Sache erscheint immerhin wichtig genug, da sie die Amerikaner veranlaßt, sich ernstlich mit der Frage der Anpflanzung von Eukalypten längs des Panamakanales zu beschäftigen. Als die größte Schwierigkeit bei der Ausführung dieses ungeheuren Unternehmens, das die Welt nun so lange schon beschäftigt, haben sich nicht technische Hindernisse erwiesen, sondern das häufige, im höchsten Grade gefährliche Auftreten von Epidemien, namentlich von Malaria und Gelbfieber. Diese Seuchen haben dazu geführt, daß auch die Amerikaner jetzt für einige Zeit die Arbeit einstellen mußten, um erst noch wirksamere Mittel zum Schutz der Arbeiter gegen die Seuchen zu suchen und anzuwenden. Das Journal der Amerikanischen Medizinischen Vereinigung verspricht sich von der Anpflanzung der Eukalypten längs der Route des Panamakanales nicht gerade die völlige Ausrottung der Malaria, meint aber doch, daß der Versuch gemacht werden müsse, auch diese Bäume als eine möglicherweise wirksame Hilfe gegen die Verseuchung des Gebietes heranzuziehen. In jedem Falle

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