Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Die Bekämpfung der Malaria
- Date
- 1906-09-01
- Page
- Seite 259 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- 259 — werde ein Wald von Eukalypten weit gesunder sein, als die tropische Vegetation, wie sie die Natur ohne Eingriff des Menschen hervorbringe. Der Schutz des Eukalyptus gegen die Malaria ist also problematischer Natur; so wichtig also diese Pflanzungen in dem bäum- und holzarmen Palästina an und für sich sind, für die Bekämpfung der Malaria kommen sie erst in dritter Linie in Betracht. Viel wichtiger ist die Vernichtung der Moskitos, der Stechmücken, als Ueberträger der Plasmodien, der eigentlichen Erreger der Malaria, durch Petroleum. Durch dieses Mittel wird nämlich auf dem Wasser eine Decke erzeugt, durch die es den Larven der Moskitos unmöglich gemacht wird, an die Oberfläche zu kommen, weshalb sie zugrunde gehen. Amerika ist in dem Vernichtungskampfe am energischesten vorgegangen. Sowohl in Brooklyn (Massachusetts), wo man den Angaben von Dr. C h a s e, als auch in Rafael bei San Francisco, wo man dem Professor der kalifornischen Hochschule Woodworth folgte, sind die Erfolge außerordentlich günstige gewesen. Man hat sich daher diese auch in anderen Erdteilen zunutze gemacht, namentlich in Afrika. Ismailieh, das von Lesseps angelegt war, litt jedes Jahr ganz außerordentlich unter der Malaria, bis Prof. Roß von der Liverpooler Schule für Tropenheilkunde die Sache in die Hand nahm. Durch Entwässerung und Anwendung von Petroleum gelang es ihm, die Erkrankungen von jährlich 2000 unter 9000 Einwohnern auf 200 herunterzubringen, die außerdem nur noch Rückfälle waren. Das „Journal of the African Society" stellt die Forderung auf, daß jede Stadt schwer bestraft werden müsse, wenn in ihr noch Moskitos zu finden sind. Ja, es geht sogar so weit, und gewiß zu weit, wenn es die Ausrottung aller Insekten mit Ausnahme der Bienen, verlangt. Im Mittelpunkte der Malariabekämpfung sowohl als auch der Prophylaxe steht nach wie vor das Chinin. Darüber herrscht kein Zweifel. Ein Bild, wie man mit Chinin gegen die endemische Ausbreitung der Malaria ankämpft, bietet uns das „Oesterreichische Sanitätswesen". In den österreichischen ^Küstenländern herrscht ebenso wie in den Sumpfniederungen an der Donau in. Ungarn sehr stark die Malaria. Die Regierung sah sich daher veranlaßt, in allen jenen Ortschaften, die von Malaria heimgesucht zu werden pflegen, eine regel-