Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Die Bekämpfung der Malaria
- Date
- 1906-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ALTNEULAND MOMRTSSCHRIFT für die wirtschaftliche Erschliessung Palästinas Organ der zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas HERAUSGEGEBEN VON F. OPPENHEIMER S. SOSKIN O. WARBURQ. No. 9. Berlin, September 1906. 3. Jahrg. DIE BEKAEMPFUNG DER MALARIA. Von Dr. L. Sofer. In dem Märzhefte von „Altneuland" hat Dr. S a n d 1 e r auf die große Verbreitung der Malaria in Jerusalem hingewiesen und auf ihre Bedeutung für die Gesundheitsverhältnisse der gesamten, insbesondere der jüdischen Bevölkerung. Aber nicht bloß in Jerusalem, auch in den Kolonien kommen Erkrankungen an Malaria vor. Damit ist die Wichtigkeit der Malariafrage für das ganze Palästinawerk gegeben, und die Dringlichkeit einer Besprechung der Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung, die in dem oben erwähnten Artikel nur gestreift wurden. Bisher legte man in den Kolonien das Hauptgewicht auf die Anpflanzung von Eukalyptushainen, entsprechend der früheren Annahme, daß die Miasmen der Sümpfe die Malaria, das Sumpffieber, erzeugen. Es ist merkwürdig, wie schwer, trotz des Fortschrittes der Wissenschaft, die alten Vorstellungen auszurotten sind. Allerdings finden sie immer wieder Nahrung durch die Tatsache, daß diese Krankheit in sumpfigen Gegenden, wo derartige Dünste für Auge, Nase und Gefühl besonders merklich werden, ungewöhnlich verbreitet ist. Tatsächlich hat erst die neue Zeit den Zusammenhang aufgeklärt durch die Feststellung, daß Stechmücken (Moskitos), deren Fortpflanzung an stehendes Wasser gebunden ist, den Krankheitskeim auf die Menschen übertragen. Mit dem Glauben an die Miasmen eng verbunden waren die Vorurteile, die darauf ausgingen, die krankheitsschwangere Atmosphäre durch natürliche Mittel der Luftverbesserung zu reinigen. Insbesondere war die Ansicht weit verbreitet, daß gewisse Bäume