Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Weinherstellung und Destillation in Kalifornien [Nachricht]
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 250 (sequence 3)
- Language
- German
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— 250 — sind zum Teil aus Eichenholz, zum Teil aus Redwood, einer in"Amerika viel vorhandenen Holzart; letzteres wird jetzt auch angewandt, da Eichenholz in Kalifornien immer knapper wird. Diese Herstellung und Behandlung des Weins lässt es natürlich erscheinen, dass die Bukettstoffe, wenn sie selbst in der Traube enthalten sind, nicht voll zur Geltung kommen. Gerade durch das mehrfache Abstechen und Lagern auf kleineren Fässern wird die Entwickelung des Weines unterstutzt. Der Einfiuss des Sauerstoffes der Luft auf den Wein während des Abstiches durch direkte Berührung und beim Lagern durch die Poren des Holzes befördert die Entwickelung der Bukettstoffe. Ebenso ist die Trennung der sich in den ersten Jahren immer wieder bildenden Hefe von dem Wein für die Entwickelung desselben höchst bedeutend. Aber auch durch das Gären auf den Trebern hat der Wein oft zu viel von deren Geschmack angenommen. Dass das bisher in Europa mit so gutem Erfolge angewandte Verfahren nicht auch in Kalifornien beibehalten wurde, liegt einerseits an den hohen Arbeitslöhnen und knappen Arbeitskräften, die dort in Frage kommen, andererseits aber auch wohl daran, dass die Preise für kalifornischen Wein verhältnismässig niedrig sind. Es scheint auch, dass die kalifornischen Trauben weniger entwickelungsfähige Stoffe besitzen, besonders auffallend tritt dies bei den Weiss weinen hervor. Weine aus Traubenarten, wie Riesling, Traminer usw., die z. B. in Deutschland besonders bukettreich sind, zeigen diese Eigenschaft in Kalifornien nicht, dagegen sind sie alkoholreicher. Es dürfte deshalb wohl auch unmöglich sein, selbst mit grösstem Arbeitsaufwand daraus Qualitätsweine zu machen und höhere Preise dafür zu erzielen. Die hier beschriebene Arbeitsart dürfte sich in Deutschland unter keinen Umständen bei der Herstellung von Wein zu Trinkzwecken empfehlen. Anders ist es jedoch, falls der gewonnene Wein zu Destillationszwecken Verwendungfinden soll, in diesem Falle würde sich dies sehr schnell und billig arbeitende Verfahren, das zugleich die höchste Ausnutzung der Trauben gestattet, benutzen lassen. Für die Destillation des Weines sind zwei Verfahren in Gebrauch, das eine bezweckt ein hochgradiges Destillat zu erhalten, welches möglichst neutral im Geschmack und zur Erhöhung des Alkoholgehalts im Wein dient, auch sonst zu anderen Zwecken Verwendung findet. Das andere Verfahren dagegen soll ein Destillat ergeben, welches die Bukett entwickelnden Stoffe aus dem Wein noch in sich hat, um mittels Lagerung bukettreiche Brandys nach Art der in Kognak fabrizierten herzustellen. Für den ersten Zweck verwendet man eine Kolonne von etwa 15 m Höhe, die innen durch Siebböden in Abteilungen zerlegt ist. Der Wein fliesst am oberen Teil der Kolonne in regelmässigem Strom, fein verteilt, ein, während derselbe von unten mittels einer Dampfschlange erhitzt wird. Die durch die Erhitzung gebildeten Dämpfe werden, soweit sie alkoholreich, weniger schnell kondensiert und treten durch das oben angebrachte Uebersteigrohr, während die wasserhaltigeren Dämpfe sich erst am Boden kondensieren, nachdem sie an die immer wieder aufsteigenden, neu gebildeten Dämpfe ihren Alkoholgehalt vollständig abgegeben haben. Die alkoholreichen Dämpfe werden durch das Uebersteigrohr in einen Kondensator,-und so weit sie in diesem verflüssigt, in die Kolonne zurückgeführt. Was an Dämpfen noch in dem Kondensator nicht verflüssigt, also hochgradiger Alkohol ist, steigt aus dem Kondensator in einen Kühler über, wo die Verflüssigung durch reichliche Wasserkühlung bewirkt und ein Alkohol von 90% gewonnen wird. Die von Alkohol