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Altneuland · 1906-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1906) · p. Seite 251

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1906)
Article
Weinherstellung und Destillation in Kalifornien [Nachricht]
Date
1906-07-01
Page
Seite 251 (sequence 4)
Language
German
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— 251 — befreite Flüssigkeit fliesst am unteren Ende der Kolonne ab und immer neuer Wein in deren oberen Teil zu, so eine kontinuierliche Destillation bildend. Die abfliessenden alkoholfreien Rückstände enthalten noch Weinsäure, die mittels Kalk neutralisiert und nutzbar gemacht wird. Bei der sich immer vergrößernden Weinproduktion befürchtet man, dass es zu einer Ueberproduktion sehr leicht kommen kann, und man denkt heute schon an den Ausweg in diesem Falle, den Wein für die Gewinnung von Weinsäure überhaupt in grösserem Masse nutzbar zu machen. Es ist deshalb jetzt ein Preis von 25 000 $ für ein Verfahren ausgesetzt, welches ermöglicht, aus dem Wein direkt die Weinsäure zu gewinnen. Das zweite Verfahren für die Destillation des Weins bezweckt die Herstellung eines Destillats, das als Brandy resp. Kognak verwandt wird. Hierzu sind die sowohl in Frankreich wie in Deutschland angewandten Destillierapparate in Gebrauch, und auch die Arbeitsweise ist eine gleiche. Die Lagerung des gewonnenen Destillats geschieht laut Gesetz in Fässern (Barrels) von ca. 1601. Ganz vorzüglich sind die in den U. St. geltenden Vorschriften für die Lagerung von Branntwein und die Abfüllung desselben auf Flaschen, die der reellen Industrie einen nicht zu verkennenden Schutz gewähren. Leider kann die dortige Kognakindustrie diesen Vorteil nicht genügend ausnützen, da die Qualität des hergestellten Kognaks nicht die Konkurrenz mit dem importierten französischen aufnehmen kann. Wie schon erwähnt, haben die dazu nötigen, dort produzierten Weissweine zu wenig entwickelungsfähige Stoffe, um ein dem französischen Kognak gleichwertiges Produkt zu liefern. Dagegen ist diese Gesetzgebung zur Hebung der amerikanischen Whiskyproduktion sehr wirksam gewesen. Der Import des früher in ganz bedeutenden Quantitäten, von Schottland und Iiland, eingeführten Whisky hat fast ganz aufgehört. Gerade wie in Deutschland, so ist auch in Amerika das Publikum in bezug auf die Beurteilung weither importierter Produkte vorurteilsvoll und glaubt darin unter allen Umständen etwas Besseres zu finden; trotzdem hat aber die amerikanische Whiskyindustrie sich den Markt erobert. Es gibt dort Gesellschaften, z. B. die Distilling Co. of America, mit dem Sitz in New York, die 65 Etablissements an verschiedenen Plätzen hat und per Jahr ca. 500 Millionen Liter Whisky produziert. Ausserdem viele andere Einzeletablissements, so z. B. die sehr praktisch eingerichtete Sunny Brook Brand Distilling Company in Louisville Ky., die per Jahr ca. 25 Millionen Liter Produktion hat. Ebenso findet man Rey Whiskvbrennereien, die sich speziell mit der Herstellung von Qualitätsbranntweinen befassen, ausser in anderen Staaten, besonders in Maryland, mit sehr bedeutenden Produktionen. Weinbau Spaniens im Jahre 1905. Der Rückgang des Weinbaues in einem der wichtigsten Weinländer Europas verdient unsererseits die grösste Beachtung. Die Tatsache, dass trotz des Rückganges der Ausfuhr die Anbaufläche für Wein sich in Spanien vergrösserte, verdient der Absicht der palästinischen Kolonisten, einen Teil ihrer Weinberge zu vernichten, gegenübergestellt zu werden. Der Weinbau Spaniens hat seit mehreren Jahren mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen, die teils durch das Auftreten der Reblaus, teils durch den steten Rückgang des Weinexports veranlasst sind. Dieser Rückgang trifft in erster Linie die Ausfuhr nach Frankreich, deren Wert 1903 noch 42 Millionen

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