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Altneuland · 1906-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1906) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1906)
Article
Weinherstellung und Destillation in Kalifornien [Nachricht]
Date
1906-07-01
Page
Seite 249 (sequence 2)
Language
German
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— 249 — uns die maschinelle Verarbeitung der Trauben zu Wein vor, wie solche auch fast ebenso in Palästina ausgeführt wird. Wichtig sind die Ansichten Sandmanns von dem Wert des auf diese Weise erzeugten Massenproduktes. Auch die Destillation von Kognak und Branntwein in Kalifornien verdient unsere Beachtung. ^Sandmann berichtet: Die Verarbeitung der Trauben zu Wein ist in Kalifornien dem Streben nach Massenfabrikation gefolgt und hat vielfach die Wege verlassen, die in europäischen Ländern üblich sind. In einem grösseren Betriebe Kaliforniens, der California Winery Co. in Sacramento, wo im Jahre etwa 2 Millionen Gallonen Wein gleich ca. 11 000 000 1 hergestellt werden, habe ich folgendes Arbeitsverfahren gesehen, das mit geringen Abweichungen auch in anderen von mir besuchten Betrieben angewandt wird. Die Trauben kommen in Quantitäten von 2000 — 4000 Pfund auf offenen Wagen lose von der Farm auf den Fabrikhof, werden dort auf Qualität geprüft, gewogen und fahren nach einer Maschine, die mit ausserordentlicher Schnelligkeit die Beeren von dem Strunk abreisst und sie quetscht. Die Strünke fallen aus der Maschine nach einer Seite, wo sie als Abfall mittels maschineller Vorrichtung aus dem Betriebe entfernt werden, die breiige Beerenmasse fliesst von der andern Seite der Maschine in ein Bassin, von wo sie mittels Pumpe, Rohrleitung und Rinnen in Bottiche von ca. 100 000 1 Inhalt befördert werden. Diese Maschine, genannt „Grape Crusher and Stemmer" verarbeitet per Stunde ca. 25 Tonnen Trauben und ist von der Firma Toulouse & Delorieux in San Francisco geliefert. In den Bottichen wird der Traubenbrei der Gärung überlassen; nach Beendigung derselben und nachdem die festen Bestandteile sich von dem Wein getrennt haben, wird der Wein durch einen mit einer Rohrleitung verbundenen Hahn, der sich am tiefsten Punkte des Bottichs befindet, in Lagerfässer von ca. 50 000 1 Inhalt gepumpt. Nachdem der Gärbottich von Wein geleert ist, steigen Männer in denselben hinab und schaufeln die zurückgebliebenen Traubenreste in grosse Körbe, welche mittels mechanischer Kraft auf eine Schwebebahn gehoben und damit nach einer kontinuierlich arbeitenden Weinpresse gehen. Die Körbe entleeren sich in den Materialkasten der Presse durch Oeffnen des Bodens, sobald der Korb doit angelangt ist, und gehen entleert wieder nach dem Bottich zur Füllung zurück. Die Schwebebahn ist so eingerichtet, dass jeder der vorhandenen Gärbottiche mit derselben verbunden werden kann. Die Weinpresse arbeiitet vermittels einer sich verjüngenden Schraube, durch deren Gewinde werden die Beerenreste gezwängt, bis sie allen Saft abgegeben haben und als tiockene, zylindrisch geformte Masse die Maschine verlassen. Diese Presskuchen sind so trocken, dass sie als Brennmaterial verwandt werden. Die Presse verarbeitet ca. 10 Tonnen Traubenreste per Stunde und ist auch von den oben genannten Fabrikanten geliefert. Der von den Traubenresten auf dieser Presse gewonnene Wein hat durch den starken Druck, der in derselben angewandt wird, einen Geschmack von den Weintrebern angenommen, ist auch sehr hefereich und stark tanninhaltig. Dieser Wein wird zur Destillation auf dem später zu besprechenden Apparat und das gewonnene Destillat zur Wein Verstärkung verwandt. Nachdem der Wein in den Lagerfassern sich geklärt hat, wird er mittels Kraftpumpen in Fässer von ca. 5000 1 Inhalt abgestochen, wo er seine Entwickelung durch Lagern erlangen soll und bis zur Versendung verbleibt. Nur in wenigen Fällen, wenn es durch ausnahmsweise eintretende Umstände geboten ist, erhält der Wein noch einen oder mehrere Umstiche. Die verwendeten Lagerfässer

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