Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Bericht der Palästinakommission
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 228 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 228 — b) in der Vorbereitung künftiger Meisterschüler. Eine Reihe neu entdeckter Talente aus Jerusalem, momentan 8 junge Leute, werden dort in den Anfangsgründen der Kunst behufs weiterer Ausbildung unterrichtet. c) in der Anleitung der einheimischen Handwerker im kunstgewerblichen Zeichnen durch Abendkurse; diese Kurse werden von 25 Schülern besucht. d) in der Einführung von speziellen kunstgewerblichen Industrien. — Zuerst wurde eine Gipsgiesserei eingerichtet, wo die Schüler lernen, ihre Modelle selbst in Gips umzugiessen; ein junger Mann ist schon so weit ausgebildet, dass er selbständig eine Gipsgiesserei eingerichtet hat, wo er nach den Modellen der Schüler Reliefbilder von Ansichten und Typen des heiligen Landes zum Verkauf anfertigt und davon seine Existenz findet. Am meisten ausgebildet ist bisher die Mitte Mai eröffnete Teppichweberei, zu der lediglich Mädchen und Frauen herangebildet werden. Ohne Reklame und Publikation hatten sich nicht weniger als 400 Mädchen und Frauen hierfür angemeldet, von denen wegen Platzmangel leider nur 45 berücksichtigt werden konnten, und auch das nur unter Hinzunahme ungedeckter Räume, wie Balkons usw.; schon haben sie ihre ersten kleinen Teppiche in persischer Art fertig, und es wird nicht mehr lange dauern, dann werden die ersten jüdisch-palästinischen Teppiche im Handel erscheinen. Eine Kunstfärberei dient zur Vorbereitung der Wolle für die Teppichmanufaktur, und zwar werden hierfür nach orientalischem Vorbild die echten, dauerhaften Pflanzenfarben benutzt, nicht die zwar billigen, aber schneller verbleichenden Anilinfarben. Auch eine Spinnerei ist mit der Teppichabteilung verbunden, wo die Schülerinnen lernen, die Wolle für die Teppiche vorzubereiten, und namentlich ältere und schwächere Frauen werden sich hierdurch den Lebensunterhalt erwerben können, indem ihnen Spinnräder auf ratenweise Abzahlung nach Hause gegeben werden. Weitere Ateliers, z. B. lür Bearbeitung von Marmor, für Holzschnitzerei, für Tonarbeiten, für Metall- und Einlegearbeiten mit Perlmutter, um auch der männlichen Bevölkerung Palästinas Nebenerwerb zu verschaffen, sowie für Kunststickerei und Spitzenklöppelei sind geplant, mussten aber wegen Mangels an Mitteln