Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Bericht der Palästinakommission
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 227 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 227 — Schule in der kurzen Zeit und mit den beschränkten Mitteln genommen hat. Ich habe die feste Zuversicht, dass diese Institution Hervorragendes leisten wird und betrachte dieselbe als einen der hervorragendsten Faktoren für unsere Ansiedelungsbestrebungen in Palästina." In ähnlich günstiger Weise äussert sich Herr Turoff, der Sekretär des den „Bezalel" subventionierenden Vereins „Esra", und viele andere Herren, die Palästina kürzlich besucht haben, darunter auch Mitglieder des Aktionskomitees. Da ausser unserer Organisation und dem „Esra" auch vor allem der „Hilfsverein der deutschen Juden" zur Erhaltung des „Bezalel" beisteuert, in geringerem Masse auch die Bnei Brith von Deutschland, das Odessaer Komitee, der Chowewe Zion, sowie viele Einzelpersonen, so sind wir der Ueberzeugung, dass der „Bezalel" einer sicheren Zukunft entgegengehen wird, wenngleich unsere Hoffnung durch einmalige Beiträge, die für die ersten drei Jahre nötige Summe von 40 000 Mark aufzubringen, sich bei weitem nicht erfüllt hat. Wollen wir, dass die Schule gedeiht, so müssen wir mindestens diese kleine Summe aufbringen, und wenn jeder wirklich sein Scherflein dazu beisteuert, so kann es nicht schwer halten, die Zukunft der Schule sicher zu stellen. Gerade die Zionisten haben bisher, mit nicht allzuvielen rühmlichen Ausnahmen, sich wenig daran beteiligt, und doch ist der „Bezalel" die erste kulturelle Institution, die seitens der Zionisten in Palästina ins Leben gerufen wurde. Die Tätigkeit des „Bezalel" besteht augenblicklich in folgendem*): a) in der Ausbildung kunstgewerblicher Lehrer und Musterzeichner. Zehn meist hervorragend talentierte junge Leute a\is Russland, Bulgarien und Galizien, die grösstenteils schon Kunstschulen besucht haben, werden dort vollends ausgebildet und sollen zum Teil später in den verschiedenen jüdischen Zentren des Orients, z. B. Tiberias, Safed, Saida, Damaskus, ev. auch Bagdad und Aleppo als Lehrer für Kunstgewerbe verwandt werden. Schon ist es gelungen, den Beginn eines jüdischpalästinischen Kunststiles zu schaffen und hierzu auch die hebräischen Buchstaben in origineller Art zu stilisieren. *) Näheres ist in einem den Mitgliedern des Aktionskomitees von Prof. Boris Schatz überreichten Spezialbericht enthalten, dessen wesentlicher Inhalt in üSTo. 33 der „Welt" 2um Abdruck gebracht, ist.