Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Bericht der Palästinakommission
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 226 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 226 — getreten, sondern es bestand eigentlich nur aus einem einzigen Beamten, dem Landmesser Herrn Treidel, war also in Wirklichkeit nur ein Veimessungsbureau, jedoch hat dieses anstatt der für seine Selbterhaltung nötigen 150 Tage über 180 Tage seines Geschäftsjahres gearbeitet, davon 68y2 Tage für die Anglo- Palestine Co., 50 Tage für die Ländereien des Nationalfonds, 34 Tage für die wirtschaftliche Expedition, 221/2 Tage für die Liegenschaftskarten von Palästina, 4y2 Tage für die „Geulah" und 21/2 Tage für die „Alliance Israelite". Es ist zwar anzunehmen, dass das Vermessungsbureau im laufenden Jahre durch Vermessungen allein keine genügende Beschäftigung finden wird, da weder die Bank noch der Nationalfonds grössere Landkäufe in Aussicht genommen haben; es erschien uns aber von grosser Wichtigkeit, dass der Liegenschaftswert Palästinas, die Grundlage aller späteren Landkäufe und Verkäufe, ebenso weiter gefördert werde, und so haben wir denn noch für vorläufig ein Jahr den Kontrakt mit Herrn Treidel verlängert. Schon jetzt ist das Material von 110 Ländereien zusammengetragen und zum Teil sahon auf den definitivem Massstab reduziert. Der in Arbeit befindliche Atlas der Liegenschaften Palästinas, in Format 0,99 X 0,66, enthält schon über 50 Kartenblätter, die einen sehr wertvollen Bestand des Inventars der Kommission ausmachen. Wir legen auch grossen Wert darauf, dauernd einen europäisch geschulten und europäisch denkenden, absolut verlässlichen Landmesser für alle Fälle in Palästina an der Hand zu haben, da wir nie wissen können, wann wir eines solchen auch für wichtige Messungen benötigen. Gerade bei Landkäufen kann sich aber Unkenntnis resp. Unzuverlässigkeit des Landmessers leicht bitter rächen, und das, was man einem guten Landmesser mehr zahlt, büsst man im anderen Falle an Prozessen oder durch fehlerhafte Messungen leicht vielfach ein; auch würden wir bei Käufen des Nationalfonds absolut nicht die Verantwortungübernehmen können, wenn die Vermessungsarbeiten öhne einen in europäischen Hochschulen geschulten Landmesser durchgeführt werden sollten. Eine organisatorische Arbeit, die in gewisser Beziehung schon ihren Abschluss gefunden hat, ist die Begründung des „Bezalel", der Kunstgewerbeschule in Jerusalem. Obgleich diese erst im März ihre Tätigkeit begonnen hat, hat sie tatsächlich schon Bedeutendes geleistet; ihre Tätigkeit wird von allen anerkannt, welche die Schule besucht haben. So z. B. schreibt Herr Treidel: „Es ist erstaunlich, welchen Aufschwung die