Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Palästinafahrt eines Landwirts
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 171 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 171 - — und den freundlichen, gartengeschmückten, sauberen Ortschaften der Deutschen! Und beide stehen doch auf demselben Boden und unter demselben Himmel! Man kann den Gedanken nicht abwehren: Warum kann nicht das ganze Land, wie diese wenigen seiner Orte, in die Segnungen der Kultur geführt werden? Vielleicht verwirklicht die Zukunft diesen Gedanken noch einmal! Was die Deutschen in ihren fünf kleinen Niederlassungen (Jaffa, Sarona, Haifa, Rephaim und Wilhelma) geschaffen, bedeutet,, so mustergültig es im allgemeinen auch ist, für die Kulturerschliessung des ganzen Palästina an und für sich nur wenig. Der räumliche Anteil der Kolonien am Lande ist ein zu geringer. Aber von ungemein grossem Einflüsse wird das Beispiel sein, das die braven Württemberger (die meisten deutschen Kolonisten sind bekanntlich Württemberger) mit ihren Arbeiten und ihren Erfolgen gegeben haben, trotzdem, wenn man näher zusieht, die Nachahmung dieses Beispiels nicht für alle so ohne weiteres möglich ist, da noch andere Fragen mit ins Spiel kommen als landwirtschaftliche und kolonialtechnische, Fragen, die ja teils auf politischem Gebiet liegen. Neben den Deutschen sind im Gelobten Lande auch die Juden eifrig an der Kulturarbeit, aber in viel grösserem Umfange. Ihr Plan ist ein weitgehender; ihr letztes Ziel ist ein ausserordentlich hohes, es ist kein geringeres, als in Palästina dem jüdischen Volke, in erster Linie den Stammesangehörigen, denen in den Ländern des europäischen Ostens ein friedliches, ruhiges Leben verwehrt wird, ein Heim zu schaffen, oder wieder ein Heim zu schaffen. Was die Juden zur Verwirklichung dieses Gedankens getan, was sie bisher für Erfolge gehabt haben, mit welchen Hoffnungen sie ihrem Ziele weiter entgegenstreben, darüber berichtet ja fast jede Nummer dieser Zeitschrift, und so werden die meisten der geehrten Leser besser über die Sachlage unterrichtet sein als ich. Ich kann auch über den Entwickelungsstand der jüdischen Kolonien aus eigener Anschauung nur sehr wenig mitteilen, da mir zu meinem grossen Bedauern auf meiner Reise nicht die Zeit blieb, diese Kolonien so eingehend kennen zu lernen, wie ich das wohl gewünscht hätte. Nur einige von ihnen habe ich besuchen können, und das auch nur in recht flüchtiger Weise. Doch freue ich mich, dass mir wenigstens dies möglich war, **