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Altneuland · 1906-06-01 · Heft 6 (Juni 1906) · p. Seite 170

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 6 (Juni 1906)
Article
Palästinafahrt eines Landwirts
Date
1906-06-01
Page
Seite 170 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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— 170 — eigentlich die Ansiedlungen der Drusen und Tscherkessen im Ostjordanlande zu diesen Kolonien zählen; andererseits kann man, wenn man will, die jüdischen Niederlassungen nicht dazu rechnen, denn eigentlich kommen die Juden nicht in ein fremdes Land, sondern in ihr altes Heimatland, das Land ihrer Väter. Hier möge von den deutschen und den jüdischen Kolonien die Rede sein. Die erstgenannten stelle ich deshalb voran, weil ich mich mit ihnen, meinem Reiseplan entsprechend, am meisten bekannt gemacht habe. Diese beiden Gruppen gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten und interessantesten, von denen gesprochen werden kann, und wenn es sich um Ackerbaukolonien handelt, so gebührt ihnen jedenfalls in bezug auf Bedeutung weitaus der erste Platz. Ich habe mich während meines Aufenthaltes im Gelobten Lande vorwiegend in den deutschen Niederlassungen aufgehalten und habe in einigen derselben (Jaffa, Sarona und Haiffa) genauere Umschau halten können. Und dieser Aufenthalt unter meinen Landsleuten wird mir stets eine schöne und angenehme Erinnerung bleiben. Ich habe mit grosser Befriedigung und oft mit Staunen und Bewunderung gesehen, wie Anerkennenswertes sie im fremden Lande geleistet haben. Sie haben sich dort unter Ueberwindung nicht geringer anfänglicher Schwierigkeiten durch eigene Kraft, durch Fleiss, Tüchtigkeit und Ausdauer eine neue, schöne Heimat geschaffen, und die meisten von ihnen erfreuen sich jetzt einer gesicherten, behaglichen Existenz. Die deutschen Kolonien zeigen so recht treffend, was aus dem fruchtbaren Boden Palästinas gemacht werden kann, wenn er in die rechten Hände kommt, und was für Blüte und Gedeihen auf mannigfachen Gebieten dort geschaffen werden kann, wenn die Verhältnisse so gestaltet werden, dass tüchtige Arbeit Schutz und Förderung findet. Wie ungemein fesselnd und lehrreich ist ein Vergleich zwischen dem, was man in diesen Kolonien sieht, und den Dingen ausserhalb ihres Gebietes! Mit dem einen Schritt über die Grenze einer Kolonie kommt man in eine ganz andere Welt. Man tritt gewissermassen aus weit zurückliegenden Jahrhunderten in die Neuzeit, aus einem Lande der geistigen und wirtschaftlichen Stagnation in ein Land voller Leben und Streben; man tritt aus der Dunkelheit in das Licht. Welcher Abstand zwischen den armseligen, tristen, schmutzigen Dörfern der Eingeborenen

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