Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Palästinafahrt eines Landwirts
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 169 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 169 — in nennenswertem Umfange betrieben wird, wie z. B. bei einigen Beduinenstämmen östlich des Jordans und in den deutschen Kolonien, sind die gewonnenen Erzeugnisse fast das ganze Jahr hindurch zu lohnenden Preisen zu verwerten. Namentlich in der Touristenzeit ist in Städten wie Jerusalem, Jaffa, Haiffa und Damaskus gute Butter immer sehr begehrt. Auch finden, um das bei dieser Gelegenheit noch zu bemerken, Gemüse, Obst, Melonen und andere Gartenerzeugnisse in diesen Plätzen während eines grossen Teiles des Jahres schlanken Absatz. Da und dort kommt in Palästina auch der dem Rinde verwandte, aber weit stärkere Büffel als Nutztier vor, am meisten wohl im Jordantale. Er wird auf schwerem, festem Boden gern zum Ziehen des Pfluges verwendet; manche Eingeborene schätzen auch seine Milch. Weit verbreiteter als die Rinderzucht ist fast überall die Schaf- und Ziegenzucht, insonderheit die letztere.. Ich kann nur sagen, dass die vorhandenen Rassen auf mich zum Teil einen recht guten Eindruck gemacht haben. Man hält beide Tiergattungen nicht allein des Fleisches, sondern auch der Wolle bezw. des Haares und der Milch wegen. Verhängnisvoll sind die oft weit umherstreifenden zahlreichen Herden dieser beiden sonst so nützlichen Tierarten, die vornehmlich in der trockenen Jahreszeit jedes grüne Blatt, das ihnen erreichbar ist, mit Gier verzehren, für die Pflanzungen und Wälder. Dass letztere vielfach nichts anderes mehr sind als Gestrüpp, verdankt man mit in erster Linie diesen vierbeinigen „Waldverwüsterndie, wie besonders die Ziegen, häufig die Bäume zu erklettern wissen, um zu ihrem Futter zu gelangen: Fast ohne Bedeutung ist in Palästina die Schweinehaltung, da das südliche Klima den Genuss des Schweinefleisches nur in beschränktem Masse gestattet und dieses Fleisch Juden wie Mohammedanern verboten ist. In nicht ganz geringem Masse widmet man sich in verschiedenen Orten der Geflügelhaltung, der von der Natur ziemlich günstige Bedingungen geboten zu sein scheinen. Fremde Kolonien. Es ist nicht so leicht zu umgrenzen, was unter diesen Begriff zu fallen hat. Sicherlich gehören auch die geistlichen Niederlassungen, z. B. die Klöster mit ihren Zweiganstalten, in gewissem Sinne zu den fremden Kolonien. Weiter muss man *