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Altneuland · 1906-06-01 · Heft 6 (Juni 1906) · p. Seite 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 6 (Juni 1906)
Article
Palästinafahrt eines Landwirts
Date
1906-06-01
Page
Seite 168 (sequence 2)
Language
German
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— 168 — ihre vornehme Haltung und ihre eleganten Formen doch in besonderem Masse mein Interesse auf sich lenkten. Sehr edle und schöne Pferde sah ich auch beim Pascha von Akkä, ferner bei einem Händler in Haiffa und bei einigen GrosskaufLeuten und Beamten in Beirut Weiteres über meine Beobachtungen über die orientalische Pferdezucht auszuführen, muss ich mir leider hier versagen. Die mangelhaften Strassenverhältnisse bringen es mit sich, dass im Morgenlande die Haltung von Lasttieren von ausserordentlich grosser Bedeutung ist, und deshalb werden denn auch in Palästina meistenorts weit mehr Esel, Maultiere und Kamele verwendet als Pferde. Die Rindviehhaltung ist nur in gewissen Landesteilen eine umfangreiche, wie z. B. im Haurängebiet. Auch ist die Beschaffenheit des palästinischen Rindes durchweg keine hervorragende. Die meisten Tiere gehören der kleinen braunroten oder rot- und dunkelrotscheckigen einheimischen Rasse an, die weder sehr milchergiebig noch besonders für die Mast geeignet ist. Die Rasse hat aber den Vorzug, dass sie für die dortigen Ansprüche recht brauchbare, wenn auch nur leichte Zugochsen liefert, und dass sie recht genügsam und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Seuchen ist, z. B. gegen die neuerdings häufig auftretende Rinderpest. Aber schliesslich erliegen auch diese harten Tiere der verheerenden Seuche, wovon ich mich auf meiner Reise überzeugen konnte, u. a. in dem Dorfe Beled es-Schech bei Haiffa, wo ich bei meiner Rückkehr von Nazareth die Rasenflächen vor dem Dorf mit den Kadavern der Tiere bedeckt fand, die ich noch vor kurzen Tagen munter am Karmel hatte weiden sehen. Veredelungsversuche, die man mit dem palästinischen Rind vorgenommen hat, u. a. durch Einführung von Blut aus Aegypten und dem Libanon, haben sich in futterreichen Gegenden zwar gut bewährt, man hat sie aber, soviel ich erfahren, nicht fortgesetzt, weil man eine Schwächung der "Widerstandsfähigkeit fürchtete. Hervorzuheben ist, dass der Mohammedaner so gut wie niemals Rindfleisch isst; er hält sich um so mehr, soweit er überhaupt Fleisch geniesst, was beim, gewöhnlichen Eingeborenen sehr selten ist, an das Hammel- und Ziegenfleisch. Dieser Umstand setzt schon die Bedeutung der Rindviehzucht erheblich herab, und man hält deshalb in der Regel Rinder nur der Milch wegen und um Zugochsen heranzuziehen. Wo Molkerei Wirtschaft

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