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Altneuland · 1906-05-01 · Heft 5 (Mai 1906) · p. Seite 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 5 (Mai 1906)
Article
Palästinafahrt eines Landwirts
Date
1906-05-01
Page
Seite 148 (sequence 9)
Language
German
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— 148 — breitung, die aber immer noch im Wachsen begriffen ist und auch noch erheblich wachsen muss. Denn es wäre tief zu beklagen und geradezu eine Sünde, wenn die vielen Landstriche, die sich in so hervorragendem Masse für diesen Kulturzweig eignen, mit der Zeit nicht auch dazu benutzt würden. Der hervorragende, führende Anteil, den die eben genannten Kolonien an dem jetzigen Aufschwünge des palästinischen Weinbaues haben, ist den Lesern von „Altneulandu ja aus mehrfachen Ausführungen bekannt, weshalb ich hier nicht des näheren darauf einzugehen brauche. Nun fürchten manche der heutigen Weinbauer Palästinas, dass bei einer grösseren Ausdehnung der Rebenkultur der Absatz der Produkte Schwierigkeiten begegnen würde. Diese Befürchtung ist berechtigt, und sie ist es auch nicht. Berechtigt ist sie, wenn man ohne Plan und Ueberlegung die Produktion vermehrt, und wenn für die Erweiterung des Absatzes nichts geschieht. Unberechtigt ist sie, wenn man sich in der Erzeugung in verständiger Weise bemüht, gleichzeitig den Boden- und Klimaverhältnissen sowie den Anforderungen des Marktes zu entsprechen, hierbei aber versucht, den letzteren soweit möglich für sich günstig zu gestalten. Gehen die palästinischen Weinbauer in dieser Weise vor, so bin ich überzeugt, dass sie für die in ihrer Art vorzügliche Ware, die sie hervorzubringen vermögen, zu lohnenden Preisen hinreichenden Absatz finden werden, mögen sie liefern, so viel sie wollen. Die Qualität ihrer Erzeugnisse war auch bisher schon im allgemeinen eine recht gute, es kann aber keinem Zweifel unterliegen, dass es gelingen wird, sie mit der Zeit noch immer mehr zu erhöhen. Eine Hauptsache wird sein — ich wiederhole nur das, was in diesem Blatte auch von anderen schon gesagt wurde —, dass die palästinische Rebenkultur eine gewisse Arbeitsteilung beobachtet und nicht zu einseitig produziert. Je nach den Verhältnissen muss an dem einen Orte herber Wein, an dem anderen Süsswein erzeugt werden; da und dort kann man sicherlich Spezialitäten von ganz besonderem Charakter als Ziel des Anbaues, wählen. In bestimmten Gegenden muss an Stelle der Weinerzeugung mehr die Rosinenfabrikation treten, während an noch anderen Plätzen der Verkauf frischer Trauben im Vordergrunde stehen muss. Auch ist vielleicht nicht ausgeschlossen, irgendwelche Konserven in grösserem Umfange aus Trauben herzustellen und abzusetzen, eine Verwertungsrichtung, die übrigens

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