Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Palästinafahrt eines Landwirts
- Date
- 1906-05-01
- Page
- Seite 147 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Lod 1× ep/1045074
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— 147 — meist freudig gedeihen, näheres mitteilen. Ich will nur betonen, dass es eine ganze Anzahl von Arten ist, die hier noch genannt werden könnte. Ais einige der wichtigsten greife ich heraus die Mandel, die Feige, die Maulbeerfeige oder Sykomore, den Johannisbrotbaum, den Granatapfel, die Aprikose, den Pfirsich, die Walnuss. Selbst die Dattelpalme wächst, wie wir soeben schon bezüglich Jaffas gesehen, in verschiedenen Gegenden ausgezeichnet und trägt in den wärmeren Strichen, die wasserreich genug sind, bei guter Behandlung (Vornahme künstlicher Befruchtung usw.) auch gute Früchte. In beschränkten Bezirken kommen auch die gewöhnlichen europäischen Obstarten fort, wie z. B. iVepfel, Birnen und Pflaumen, im allgemeinen finden sie dort aber nicht so recht die Bedingungen des Gedeihens. Welche Gegend des Gelobten Landes man aber auch in Betracht zieht, ob in der Ebene, ob im Gebirge, fast immer wird sie sich, wenn sie nicht gerade der Wüste oder dem reinen Felsengebirge angehört, für eine grössere Reihe von Fruchtbaumarten zum Anbau eignen, vorausgesetzt freilich, dass beim Anbau den Verhältnissen entsprechend verfahren wird. Ich komme nun zum Weinbau. Von ihm gilt dasselbe wie von der Olivenkultur: er eignet sich für fast alle Teile des Landes. Man kann sagen: Palästina ist ein „geborenes" Weinland, ein Weinland „par excellence". Sein Boden, sein Klima, alles ist dem Weinstock günstig. Ich habe die Rebe vortrefflich gedeihen sehen in der fruchtbaren Ebene Saron wie auf den sanften Hügeln bei Ramleh und Lydda, auf den Felsenhöhen bei Bethlehem wie auf dem Rücken des Karmel. Sie gedeiht in Judäa wie in Galiläa, im Osten wie im Westen des Jordans. Selbst noch an ziemlich steilen und hochgelegenen Bergabhängen kommt sie fort und bringt sie Ertrag, nur muss dann die Terrassenkultur zur Anwendung gebracht werden, die freilich etwas kostspielig und mühsam ist, aber sich trotzdem in vielen Fällen als lohnend erweist. In früheren, weit zurückliegenden Zeiträumen war jedenfalls der Weinbau sehr staik im Lande verbreitet. Als dann die mohammedanische Herrschaft begann, ging es allmählich mit ihm zurück, bis er schliesslich kaum noch Bedeutung hatte, d. h. soweit die Rebenkultur zwecks Weinerzeugung in Frage kam. Danach trat nach und nach wieder ein Aufblühen ein, hauptsächlich seit der Errichtung der deutschen und jüdischen Kolonien, und jetzt hat der Weinbau bereits wieder eine recht grosse Aus-