Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Palästinafahrt eines Landwirts
- Date
- 1906-05-01
- Page
- Seite 145 (sequence 6)
- Language
- German
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— 145 — eine kranke, gelbliche Farbe. In anderen Strichen jedoch war der Stand der Früchte ein sehr guter, Weizen wie Gerste zeigten ein schönes, kräftiges Dunkelgrün und Hessen erkennen, dass es ihnen bis zu dem Tage an nichts gebrach, auch nicht an Stickstoff. Aehnlich war der Stand der Felder um die gleiche Zeit in der Ebene Sebulon, doch war hier im allgemeinen die Entwickelung noch etwas mehr zurück. Auch hier litten viele Aecker an schlechter Entwässerung, was nach der nassen Periode, die kurz vorher geherrscht hatte, ganz besonders in die Erscheinung trat. Der beste Weizen soll in der Gegend von Nabulus und im Haurangebiet erzeugt werden. Letzteres produziert von ailen Landesteilen auch bei weitem die grösste Masse. Nach den (freilich der Genauigkeit entbehrenden) Angaben des französischen Statistikers Cuinet soll hier, im Sandschak Haurän, allein an Weizen jährlich etwa 160 000 Tonnen produziert werden, ausserdem noch ungefähr 360 000 Tonnen an sonstigem Getreide. Nach der Erntezeit sind dort Tausende von Kamelen monatelang hindurch beschäftigt, die goldigen Körnermassen an die nächste Bahnstation oder direkt in die grossen Handelszentren zu schaffen. Den Ruhm, die wertvollste Gerste hervorzubringen, hat die Gegend von Gaza. Von diesem Hafenplatze aus werden jährlich gewaltige Massen dieser Frucht, meist sehr hoher Qualität, nach England verschifft. Mitunter soll die versandte Menge 30 000 Tonnen im Jahre betragen. Der Obst- und Weinbau. Dieser Kulturzweig ist in vielen Teilen des Landes von grosser Bedeutung, und weite Flächen sind für ihn in hervorragender Weise geeignet. An erster Stelle nenne ich die Olivenkultur. Es gibt nur wenige Landstriche, die nicht für sie in Betracht kommen könnten. Die Olive oder der Oelbaum bedarf nur geringer Pflege und liefert verhältnismässig sichere Ernten. Im Durchschnitt kann man, sofern es sich um voll entwickelte, gesunde und einigermassen gepflegte Bäume an gutem Standorte handelt, pro Baum einen jährlichen Reinertrag von 5—6 Franken annehmen. Unter besonders günstigen Verhältnissen ist der Ertrag natürlich ein weit grösserer. Von Rechts wegen müsste die Kultur des Oelbaums noch eine dreimal so grosse sein, als sie gegenwärtig ist. Kaum ein Fruchtbaum eignet sich so sehr für den palästinischen