Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Nochmals Jugendpflege
- Date
- 1906-05-01
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hebron 1× ep/1047559
- Safed 1× ep/1046078
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— 132 — der vierten (obersten) Abteilung eine Elementarklasse mit grundlegendem Unterricht im Hebräischen (Religion und Schreiblesen) und Rechnen umfasst. Sie wird sich aber nach vollendetem Ausbau in sechs aufsteigende Klassen gliedern, also eine gleichstufige Anstalt darstellen wie die Lämelschule. Bisher bestehen in Jaffa nur eine Knabenschule der Alliance mit französischer Couleur (seit 1894, mit 188 Schülern) und eine Mädchenschule der russischen Chowewe-Zion mit hebräischer Unterrichtssprache. Für einen ferneren Zeitpunkt ist die Eröffnung einer Knabenschule in Safed geplant, die sich ebenfalls an den dort schon gegründeten Kindergarten anschliessen soll. Gegenwärtig unterhält dort nur die Alliance eine Knaben- und eine Mädchenschule (seit 1897, mit 90 bezw. 274 Kindern). Ausserdem ging am Ende des vorigen Jahres bei der Schulleitung in Jerusalem von dem Oberrabbiner in Hebron eine Petition um Eröffnung einer dortigen Hilfsvereinsschule ein; desgleichen bittet der Hohepriester der Samaritaner in Nabulus um eine Schule für seine Gemeinde. An Arbeitsfeldern fehlt es offensichtlich nicht; der Bildungshunger regt sich nicht nur in der „Stadt der Juden", und das Misstrauen gegen den modernen, vermeintlich irreligiösen Unterrichtsbetrieb schwindet. Dieser Fülle der Aufgaben gegenüber vernotwendigt sich für die subventionierenden Faktoren mit einer besinnlichen Einschau zugleich die Umschau nach weiteren Hilfsmitteln, damit das Bildungswerben der Jugend auch fernerhin mit sicherer Grundlegung zielbewusst getrieben und den künftigen Generationen neben einem Fonds sittlich-religiöser Bildung eine gediegene, vielseitige Schulung des Leibes und des Geistes übermittelt werde. Neuestens scheint sich noch ein weiteres wichtiges Feld für den deutschen Hilfsverein aufzutun. Er wird sich angesichts der Propaganda der Allianceschulen in Marokko*) kaum der Aufgabe entziehen können und wollen, ebenda deutschjüdische Schulen zu gründen, und die Lehrer wird fraglos die junge Jerusalemer Bildungsanstalt liefern müssen. Wie weit dadurch anderweitige, speziell palästinische Pläne in den Hintergrund gerückt bezw. in Frage gestellt werden, bleibt abzuwarten. Aber gerade diese neue Aufgabe ruft aufs neue den Wunsch lebendig, die deutschen Juden möchten sich, aufraffen, sich von dem Schlepptau fremder Organisationen loslösen und ihre Liebe und Unterstützung der deutschen Vereinsarbeit zuwenden. *) Vgl. die Kontroverse in der „Kölnischen Zeitung".