Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 4 (April 1906)
- Article
- Palästinafahrt eines Landwirts
- Date
- 1906-04-01
- Page
- Seite 106 (sequence 10)
- Language
- German
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— 106 — Da und dort, das mag noch bemerkt werden, werden Schädigungen an der Gesundheit durch schlechtes Trinkwasser herbeigeführt, und namentlich den Fremden ist in solchen Bezirken eine gewisse Vorsicht anzuraten. Die natürliche Pflanzen- und Tierwelt Die Pflanzenwelt ist recht reich an Arten. Soll ich zunächst einiges.über die Baumflora sagen, so komme ich damit zu einem der am meisten hervortretenden und bedauerlichsten Züge des Landes, zu der ausserordentlichen Spärlichkeit seiner Bewaldung. Es ist indessen ein Zug, den das Land mit vielen anderen Gebieten des Orients, ja auch mit verschiedenen europäischen Mittelmeerländern gemein hat. Die Gelehrten streiten darüber, ob Palästina in früheren Jahrhunderten eine stärkere Bewaldung gehabt habe. Die einen bejahen die Frage, die anderen verneinen sie. Ich meinerseits habe die Ueberzeugung, dass mindestens mJ einigen Teilen des Landes damals die Bewaldungsverhältnisse günstigere waren, und dass dies für das ganze Land gilt, wenn man in den Begriff „Wald* auch die Frachthaine einschliesst. Wie dem aber auch sei, jedenfalls würde keine Massnahme von grösserem Segen für Palästina werden können als eine allmähliche Bewaldung oder Wiederbewaldung bestimmter Distrikte des Landes, vornehmlich bestimmter Gebirgszüge. Vorläufig aber scheint daran noch nicht zu denken zu. sein. Im Gegenteil, das wenige, was noch erhalten geblieben ist, dürfte mit der Zeit auch noch verschwinden. Am wenigsten Wald findet sich im Westen des Jordans, während östlich des Flusses, insonderheit im alten Gilead, die Verhältnisse günstiger liegen. Dort sollen noch grosse, zusammenhängende Bestände vorhanden seih, die wirklich den Namen „Wald" verdienen und über die mir manche Lobpreisung zu Ohren gekommen ist. Das Beste, was ich selbst von palästinischen Forsten gesehen habe, ist der vielgenannte Haritijewalcl, der zwischen Nazareth und dem Karmel eine weite Landfläche bedeckt. Er besteht vorwiegend aus alten, ehrwürdig aussehenden und zum Teil starken Eichen, die aber einen bedeutenden Holzwert nicht haben und meistens so dünn stehen, dass der ganze Wald mehr den Eindruck eines Naturparks als eines wirklichen Forstes macht. Die vielgerühmten Wälder des Karmel stellen sich bei näherem Zusehen grösstenteils auch als etwas