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Altneuland · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. Seite 103

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Palästinafahrt eines Landwirts
Date
1906-04-01
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
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— 103 - er es wollte, würde die Frage sein: woher nehmen? Zurzeit muss der Handelsdünger sämtlich von auswärts ins Land gebracht werden, und es kommen erst ganz verschwindende Mengen herein. Aber es ist für die Zukunft wichtig, dass das Land selbst Materialien birgt, die später einmal für die Düngerfabrikation in Betracht kommen können. Ueberhaupt ist Palästina längst nicht so arm an Mineralschätzen, als man gemeiniglich annimmt. So enthält das Tote Meer grosse Mengen von Kali, Magnesia, Brom usw.; östlich vom Jordan finden sich reiche Lager von Phosphaten; auch lassen sich Asphalt und Schwefel gewinnen, wie wohl auch einige Metalle. Nun zum Klima. Auch dieses ist keineswegs als ein schlechtes zu bezeichnen, wenn es auch neben grossen Vorzügen gewisse Schattenseiten besitzt. Die Temperaturverhälfnisse sind im grössten Teile des Landes günstige, und treten hier so recht alle Vorteile hervor, welche ein Land der südlichen gemässigten Zone zu bieten vermag. Es gedeiht deshalb in Palästina auf gutem Boden und bei genügender Feuchtigkeit eine wahrhaft erstaunliche Fülle von nützlichen Gewächsen. Auch für den Menschen sind die Wärmeverhältnisse durchweg zusagende. Nur in wenigen Landesteilen, so im Jordantale und in den südlichen Wüstengebieten, herrscht während eines längeren Zeitraumes eine übergrosse Hitze. Ueberall sonst kommen unangenehm hohe, schwer erträgliche Temperaturgrade nur an verhältnismässig wenigen Tagen vor. Die Niederschlagsmengen sind fast allenthalben ausreichende. Meistenorts sind sie ebenso gross wie in Deutschland. In Jerusalem regnete es im 39jährigen Durchschnitt 66,2 cm, in Haifa im 16jährigen Durchschnitt 70,5 cm. Nur im äussersten* Süden und Südosten ist der Regenfall ein zu geringer. Zu bedauern ist lediglich, dass die Verteilung der Niederschläge auf die Jahreszeiten eine zu ungleiche ist. Es regnet fast überall nur in den Monaten November bis April, in der Hauptsache nur in der Periode vom 1. Dezember bis Mitte März. In den Monaten Mai bis Oktober fällt fast nirgends auch nur eine Spur von Regen. Jedoch pflegt es in der trockenen Jahreszeit an manchen Orten ziemlich oft und reichlich zu tauen. Die Art der Verteilung der Niederschläge hat ja ihre grossen Nachteile, aber auch gewisse Vorteile. U. a. ist sie für den Weinbau zweifellos als günstig zu bezeichnen. Die Nachteile der Verteilung können bis zu einem gewissen Grade durch die

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