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Altneuland · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. Seite 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Palästinafahrt eines Landwirts
Date
1906-04-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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— 102 — habe mehrfach beobachtet bezw. mich durch Nachfrage vergewissert, dass eingeborene Farmer ihrem für Sommerfrüchte bestimmten Felde durch die Art der Bearbeitung, die unter Umständen zu einer Art halber Brache wird, eine gute Gare zu geben verstehen, wenn ich auch zugeben muss, dass im allgemeinen die Bodenbehandlung seitens der eingeborenen Bauern (Fellachen) viel zu wünschen übrig lässt. Vielleicht nehme ich noch einmal Veranlassung, auf die ausserordentlich interessante Frage der Erhaltung der Bodenkraft in einer anderen Arbeit näher einzugehen. Die meisten Böden Palästinas sind Kalk- oder Tonböden, Sandböden sind selten. Manche Böden sind vulkanischen Ursprungs, so die ungemein fruchtbaren Basaltböden des Haurängebietes und eines Teiles der Ebene Jesreel. Im grossen und ganzen findet sich der beste Boden im Ostjordanlande. Es sind hier weite Flächen vorhanden, die nach sachverständigem Urteile an natürlicher Fruchtbarkeit kaum übertroffen werden können. Aber auch im Westjordanlande gibt es viele Bezirke mit hervorragenden Bodenverhältnissen. Ich will nur die Ebenen Sephela, Saron, Jesreel und Battof nennen. Weiter könnte ich auf Teile der Jordanniederung und auf die Täler und Abhänge des Karmel hinweisen. Am wenigsten fruchtbar sind selbstredend die im Süden und Südosten sich hinziehenden Wüstendistrikte, ferner die höheren Partien der zentralen Gebirgsregion, sowie die Dünengebiete unmittelbar an der Küste. In den Gebirgsgegenden ist die Fruchtbarkeit aber oft nur deshalb eine geringe, weil überhaupt nur wenig Erddecke mehr vorhanden ist und vielfach das Gestein nackt liegt. Ein grosser Teil des Bodens ist hier im Laufe der Jahrhunderte fortgewaschen worden, weil keine Bewaldung dem entgegenwirkte. Es ist weiter oben schon angedeutet worden, dass der palästinensische Bauer so gut wie gar nicht düngt. In den meisten Fellachenwirtschaften wird der gewonnene Stalldünger nicht aufs Land gefahren, sondern er muss zu Brennzwecken dienen. Mit getrocknetem Dünger kochen die Fellachenfrauen ihr Essen und ihren Kaffee, machen sie ihr Waschwasser heiss und heizen sie auch den kleinen Ofen, in dem sie sich täglich ihr Brot backen. Denn die meisten Gegenden sind holzarm, oft in dem Masse, dass das Holz, soweit es überhaupt zu haben ist, pfundweise gekauft wird. Selbstverständlich verwendet der Fellach auch keinen Kunstdünger auf seinem Acker. Und wenn

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