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Altneuland · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Palästinafahrt eines Landwirts
Date
1906-04-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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— 100 — anderen Plagen des Landvolkes. Ferner sind die herrschenden Kreditverhältnisse recht trostlose. Der Bauer ist oft völlig der Sklave der Halsabschneider und Wucherer. Dann ist die, Regelung der Grundbesitzverhältnisse eine total unzeitgemässe. Endlich, um nur dies noch zu erwähnen, geschieht zu wenig für die Aufklärung des Volkes. Zwar sind die teils sehr guten Schulen der im Lande weilenden Fremden, z. B. der verschiedenen christlichen Bekenntnisse, auch den jungen Eingeborenen zugänglich, aber die grosse Masse der Jugend ist naturgemäss. von ihrer Benutzung ausgeschlossen. Diese und ähnliche Dinge sind es, die Land und Volk niederhalten, und die dahin geführt haben, dass ersteres zum grossen Teile öde liegt und nur wenigen Hunderttausenden eine notdürftige Existenz zu bieten vermag, während es unter anderen Verhältnissen eine schöne, freundliche Heimat für Millionen sein könnte. Boden und Klima. Wenn das eben Ausgesprochene richtig ist, dann muss vorausgesetzt werden, dass die Verhältnisse, welche die Fruchtbarkeit eines Landes darstellen, in Palästina günstige sind. Und das ist denn auch tatsächlich der Fall. Vornehmlich sind Boden und Klima im grossen und ganzen als gut zu bezeichnen, und soweit diese beiden Faktoren in Betracht kommen, steht nichts im Wege, das jetzt in vielen Teilen so tief heruntergekommene Land wieder zu dem zu machen, was es vor Zeiten war, zu einem Lande, „da Milch und Honig innen fliesst," d. h. zu einem Lande der Blüte und des Wohlstandes. Um zunächst über den Boden etwas zu sagen, so ist er zwar in manchen Strichen nur recht arm, auf weiten Strecken ist er auch ausserordentlich steinig, allein im grössten Teile des Landes ist er von befriedigender, vielerorts sogar von ganz ausgezeichneter Beschaffenheit. Und selbst dort, wo er steinig ist, ist er deshalb noch nicht unfruchtbar. Der Boden ist in sehr vielen Gegenden namentlich recht reich an Kalk, da Kalkgestein in weitem Umfange seine Unterlage bildet, wie es denn auch die Hauptmasse der meisten Gebirge darstellt. Auch der Gehalt an Kali und Phosporsäure scheint durchweg ein guter zu sein. Selbst der Stickstoffvorrat dürfte in vielen Aeckern für die Bedürfnisse der Pflanzen als ein genügender gelten können.. Ferner habe ich die physikalischen Bodenverhältnisse zumeist besser ge-

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