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Altneuland · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 79

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Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Die Malaria in Jerusalem
Date
1906-03-01
Page
Seite 79 (sequence 3)
Language
German
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und regenloser Zeit. Cropper hatte sich bei seinen Stujdien über das seltene Vorkommenvon Anopheles zur Tageszeit gewundert, da er andere Insekten, besonders Culex, Stegomyia usw., antraf. Als er aber in Ramallah gelegentlich der Reinigung einer Zisterne in dieselbe hineinsteigen konnte, sah er zahlreiche Anopheles herumfliegen und fand deren Larven in Menge in dem Wasser am Boden der Zisterne. Ueber die Erörterungen bezüglich der einzelnen Malariaformen in Palästina4) sowie der Blutbefunde kann an dieser Stelle nicht berichtet werden. Ich erwähne nur, daß alle klinischen Formen, selbst die schweren tropischen, die sogenannten remittierenden Gallenfieber, vorkommen, y Größeres Interesse kann bei den Lesern dieser Zeitschrift die Verbreitung unter den Juden und die Bekämpfung der Seuche beanspruchen. Hierfür sind einige Daten von Bedeutung. In dem oberen Teich von Gihon, der im Sommer austrocknet, während im Winter sein Wasser in Röhren nach den türkischen Bädern geleitet wird, fand Masterman zahlreiche Larven, im Teich des Hiskiah fand er im Fühling 1903 keine Larven. Dagegen fand man sie fast regelmässig im Regenwa-sser verschiedener Zisternen innerhalb der Stadt, sowie die ausgebildeten Insekten in dem erwähnten L. J. S. Hospital, in jüdischen Häusern und in einer Anzahl Zisternen. Die Malaria kommt auch unter Arabern und Europäern vor, doch leidet am schwersten die jüdische Bevölkerung, die aUerdings mit schätzungsweise 40000 Seelen die Majorität, etwa 2/s der Bevölkerung, bildet. Die sephardischen Juden, die zumeist das Judenviertel im Südosten der Stadt bewohnen, sind trotz ihrer Armut das relativ sauberste Element. Die jüdischen* Kolonien außerhalb der Stadt, über 40, haben teils eine niedrige Lage, wie Siloam, teils eine hohe, wie Abu Bussal an der Jaffastraße und die Bokharai-Kolonie, die 2650 Fuß über dem Meeresspiegel liegt. Das eine haben sie alle gemein, daß sie — mit Ausnahme der Bokhara-Kolonie — eine unsaubere Umgegend haben, da das Auskehren des Schmutzes eine fast unbekannte Verrichtung ist. Die Kolonien sind zu- 4) Aerzte wird folgende Tabelle interessieren: Unter 259 Fällen mit positivem Blutbefund waren etwa 20 0/0 Tertiana, 4 o/0 Quartana, 68 °/o Remittens, 8 °/o zweifelhaft (pigmentierte Leucocyten, zerstörte Parasiten usw.). Mindestens 8 o/0 Doppelinfektionen.

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