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Altneuland · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 78

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Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Die Malaria in Jerusalem
Date
1906-03-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 78 — Verbreitung der Malaria, ihre klinischen Formen, den mikroskopischen Blutbefund (500 Fälle), Verbreitung der Stechmücken, Bedeutung der Zisternen für die Malaria und die Bekämpfung der Seuche in und um Jerusalem. Seine Studien^ die er in der Poliklinik des-London Jews' Society's Hospital sowie in dem benachbarten Dorfe Ramallah angestellt hatr beziehen sich im wesentlichen auf die jüdische Bevölkerung. Die Tatsache, daß Jerusalem trotz seiner relativ hohen Lage, seines kalkhaltigen Bodens, trotz seiner Wasserarmut2) und trotz des Fehlens von Sümpfen in einem Umkreise von 20, Meilen — trotz dieser äußerst günstigen Bedingungen nicht nur nicht malariafrei ist, sondern zumal in den jüdischen Quartieren derart verseucht ist, daß nur die sumpf reichsten Fieberstätten, wie die an der westafrikanischen Küste, eine höhere Erkrankungsziffer aufweisen. Diese merkwürdige Tatsache ließ von jeher für Jerusalem eine Infektionsquelle vermuten, deren Zusammenhang mit der Bodenbeschaffenheit ein nicht so unmittelbarer sein konnte, wie bei den meisten sonstigen, Malariaherden. Die Zisternen erschienen in dieser Beziehung von jeher verdächtig. Ich erinnere an die Mitteilungen des Arztes London3), der durch eine sinnreiche Versuchsanordnung sozusagen den experimentellen Beweis dafür erbringen konnte, daß bestimmte enge Beziehungen zwischen dem Füllungsgrad der Zisternen und der zeitlichen und örtlichen Verbreitung der Malaria bestehen. Erst durch die Entdeckung des eigenh artigen Infektionszirkels, der bei jeder Malariaerkrankung in Betracht kommt, wurden diese Beziehungen geklärt. Die austrocknenden Zisternen erwiesen sich — analog den Sümpfen in anderen Malariagebieten — als Brutstätten für die Larven der Stechmücken, die später in ausgebildetem Zustande malariakranke Menschen stechen und die Parasiten, die im Körper der Mücke komplizierte, aber genau bekannte Veränderungen eingehen, durch erneuten Stich auf bisher gesunde Menschen übertragen. Da die Ueberflutung der Herde in den Zisternen die Larven an der Entwicklung hemmt, so ergeben sich daraus die Beziehungen der Malaria zu dem Wechsel von Regenzeit 2) Cropper teilt mit, daß man gegen Ende des Sommers für eine wasserhaltige Zisterne leicht 5—10 £. erzielen kann. 3) Verhandlungen der k. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien, Sitzung vom 29. Jänner 1875. Bericht in der Wiener medizinischen Presse 1875, No. 7.

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