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Altneuland · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-03-01
Page
Seite 73 (sequence 9)
Language
German
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— 73 — rüt. Damaskus exportierte 1902 für 30000 £ Seilerwaren und für 4200 £ Stärke, von der die feinere für Webereien bestimmt ist; die dort vorhandenen 30 Stärkefabriken arbeiten aber ohne Maschinen und liefern zusammen kaum soviel wie eine mittlere europäische Stärkefabrik. Das Wagnergeschäft blüht besonders in Haifa, das Tischlergewerbe ist zwar in allen Städten Syriens vertreten, Exporttischlerei orientalischer Möbel (sog. Muscharabijen-Möbel) mit Schnitzereien, gravierten Metallarbeiten, Mosaik und Perlmuttereinlagen treibt aber vor allem Damaskus, während die 40 Tischlereien Beiruts meist nur ordinäre Möbel zu billigen Preisen machen. Gleichfalls Damaskus, aber auch Aleppo, exportieren Kupfer- und Messerschmiedearbeiten, hingegen gehört das berühmte Waffenschmiedehandwerk von Damaskus der Vergangenheit an. Im Libanon bei Beit Chebal gibt es auch eine Giesserei, besonders von Kirchenglocken. Wichtiger ist die Textilindustrie, die aber nur in Form von Hausindustrie in Syrien ausgeübt wird; doch befindet sich diese Industrie im Rückgang. In Damaskus arbeiteten 1902 4500, in Beirut und dem Libanon 3000, in Horns 8000 und in Hama 1100 Webstühle. Meist werden gröbere Baumwollgewebe für den türkischen Markt, sowie mit Seide, Leinen und Gold durchwirkte baumwollene Vorhang- und Diwanstoffe, Schales, Decken usw. hergestellt, zum Teil für den Export nach Europa und Amerika. Die Ausfuhr über Beirut betrug 1902 3131 dz, 1903 3194 dz Baumwollgewebe und 1902 3705 dz, I9°3 3729 dz gemischte Gewebe. Seidenstoffe werden in Damaskus, Aleppo und Beirut hergestellt, auch in den jüdischen Kolonien Rosch Pinah hat man einen Versuch damit gemacht, der aber nicht geglückt ist. Damaskus ist auch bekannt durch seine schönen und billigen Kunststickereien, hingegen ist die Spitzenklöppelei daselbst im Zurückgehen begriffen. Auch Teppiche werden in Damaskus geknüpft, doch besteht die Hauptausfuhr der syrischen Häfen an Knüpfteppichen aus Durchgangsgütern kurdischer, armenischer und persischer Provenienz. Beirut exportierte 1902 320 dz, 1903 138 dz Teppiche. Es ist auffallend, dass in Syrien die Teppichknüpferei noch keinen rechten Boden gefunden hat, nachdem sie doch in den benachbarten Gegenden Kleinasiens und Armeniens eine so ausserordentlich hohe und schnell wachsende Bedeutung erlangt hat. Während die Einführung lohnender Grossindustrien

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