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Altneuland · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 72

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-03-01
Page
Seite 72 (sequence 8)
Language
German
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- 72 — inländische macht, soweit vorhanden, bessere Geschäfte mit Geld waicher. Die industrielle Produktion Syriens. Auch die Industrie ist in Syrien sehr weit zurück und beschränkt sich im wesentlichen auf die Verarbeitung der landwirtschaftlichen. Produkte. Die Mühlen sind meist recht primitiv, grösstenteils gewöhnliche Bauernmühlen oder durch Wasser getriebene Flachmühlen. Hingegen gibt es in den Küstenstädten vielfach grössere Flachmühlen mit Petroleummotoren, namentlich in Palästina, wo sie sich meist im Besitz von Juden, Deutschen und Griechen befinden. Die Zahl der Dampfmühlen ist eine geringe, eine grössere mit 10 europäischen Mahlgängen befindet sich z. B. in Jerusalem, im Besitz eines Deutschen. Bezeichnend ist aber, dass ein Armenier, der kürzlich in Aleppo eine solche Mühle mit Petroleummotor eingerichtet hat, unter seinen Kollegen eine derartige Opposition fand, dass er die Arbeit nur unter Polizeischutz fortsetzen konnte. Die O e 1 - pressen sind gleichfalls meist von sehr einfacher Form, doch ist das in Nordsyrien bereitete Oel im allgemeinen sorgfältiger hergestellt und daher besser als das südsyrische resp. palästinische. Freilich beginnt man jetzt auch in Palästina jüdischerseits moderne Einrichtungen zu schaffen, und in Iskanderün werden jetzt hydraulische Pressen eingeführt. Namentlich in Haifa, Jaffa, Antakije und Killis wird aus dem Olivenöl auch billige Seife für den Export bereitet: und zwar wurden über Iskanderün 1901 für 13330 £, 1902 für 10275 £, von Beirut 1902 1171 dz, 1903 1030 dz Seife exportiert. Grössere Spiritusbrennereien gibt es in Syrien nicht, wohl hingegen im Libanongebiet und in Palästina kleine Destillationen zur Gewinnung von Spiritus aus Früchten (Datteln, Feigen, Kaktus usw.), sowie einige Kognakfabriken in den jüdischen Weinbaukolonien Palästinas. Ferner gibt es kleine Deutschen gehörende Brauereien in Jaffa, Jerusalem und Haifa-. Lederwaren (Satin und Morocco) werden besonders in Aleppo, Aintäb und Damaskus produziert, an Schuhwaren wurden aus Beirut im Jahre 1903 260 dz exportiert. Gerbereien gibt es aber auch in anderen syrischen Städten. Seilereien, Leimfabriken, Färbereien, Stärkefabriken finden sich namentlich in Damaskus, Aleppo, Bei-

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