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Altneuland · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-03-01
Page
Seite 74 (sequence 10)
Language
German
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— 74 - wie Dampfwebereien, Fabrikation von Glas, Parfümeriewaren, Konserven, Chemikalien usw. von der Schaffung besserer Verkehrsmittel, Aufhebung der Binnenzölle, Einführung von Schutzzöllen, Verbilligung der Kohlen usw. abhängig ist, sollte es bei dem Vorhandensein schöner historischer syrischer Kunstformen nicht schwer fallen können, eine original syrische Teppichknüpferei daselbst einzuführen. Der Import Syriens. Der Import von Syrien ist infolge des Fehlens von fast jeder Industrie selbstverständlich ein sehr bedeutender und übertrifft den Export erheblich an Wert. Namentlich in den letzten Jahren ist er infolge der Bahnbauten sehr gestiegen und wird vermutlich aus demselben Grunde noch in den nächsten Jahren ein "hoher bleiben. Wie bedeutend die Einfuhr ist, ergibt sich daraus, dass im Jahre 1902 der eine Hafen Iskanderün für 2336503 £ Waren einführte, und Beirut im gleichen Jahre für 730535 £, während die Einfuhr Jaffas in dem gleichen Jahr sich immerhin auch auf 405 550 £ bezifferte und im Jahre 1903 auf 439 775 £ gestiegen ist. Da auch Ladikije, Tripoli, Saida und Haifa wichtige Importplätze sind, so wird der Import ganz Syriens wohl auf ca. 5 Millionen £ zu beziffern sein, übertrifft also den Export toi die Hälfte und beträgt pro Kopf etwa 1V2 £. Die wichtigste Gruppe der Importwaren bilden natürlich die Tejgtilstof f e. Ausserordentlich gross ist vor allem der Bedarf an Garnen und Baumwollstoffen, deren Import z. B. in Iskanderün mit seinem grossen Hinterland weit über die Hälfte des Gesamtimportes ausmachte und jährlich über 28 Millionen Mark beträgt. Diese Waren kommen zum weit überwiegenden Teil aus England, wenngleich Italien immer erfolgreichere Anstrengungen macht, namentlich in Garnen, T-Zeug, weissen Schirting, Jacquard-Geweben und bedruckten Baumwollstoffen, mit England zu konkurrieren; Amerika und Deutschland beginnen gleichfalls neuerdings in den syrischen Handel mit Baumwollwaren einzudringen. Auch Wollgarn und Nähzwirn kommen teilweise von Deutschland, speziell Zephirgarne (Stick- und Strickgarne). Kaschmire kommen hauptsächlich von Frankreich, Seidenwaren kommen hauptsächlich von England und Frankreich, neuerdings auch von Italien. Zeug, besonders fertige Herrenkleider, von Oesterreich und Deutschland, Roh-

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