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Altneuland · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-03-01
Page
Seite 71 (sequence 7)
Language
German
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— 71 — derün und Beirut einen im wesentlich landwirtschaftlichen Export von je über i Millionen £, und Damaskus einen solchen von über 1/s Millionen £ aufweist. Der Gesamtexport Syriens ist mit 3V2 Millionen £ sicher eher zu niedrig, als zu hoch taxiert, so dass auf den Kopf der Bevölkerung ein Export von über 1 £ zu rechnen sein würde. Die mineralische Produktion Syriens. Die Mineralreichtümer Syriens sind nicht unbedeutend, wenn auch nicht im entferntesten mit den reichen Bodenschätzen Kleinasiens zu vergleichen. Zum grösseren Teil sind sie auch auf die zu dem nördlichen Faltengebirgssystem gehörende Nordzone Syriens beschränkt. Ausgebeutet werden momentan wohl nur einige der Zivilliste gehörende Asphaltgruben bei Hasbeya, aus denen durch den Pächter, ein Beirüter Haus, 3500 dz d. h. für ca. 170000 Frcs. Asphalt jährlich ausgeführt werden. Ferner existieren bei Zeitün, nahe Marasch, zwei Eisenminen, über deren Ausbeutung aber keine neueren Nachrichten vorliegen; im Libanon wird nur etwas Eisen zu lokalen Zwecken gewonnen. In den 80er Jahren wurde englischerseits eine nordsyrische Chrommine ausgebeutet, jedoch nach Abbau von 380000 Tons in den Jahren 1886—88 verlassen. Vorkommen sind bekannt von schwarzem und gelbem Ambra bei Saida, Antimon und Boracit bei Iskanderün und Antakije, Chrommineralien bei Ladikije, Iskanderün und Aleppo, Kupfer, Nickel, Blei am Dschebel Akra bei Ladikije, Gold und Silber bei Marasch, Eisen im Libanon, am Nahr el Kelb, bei Marasch und am Dschebel Akra, Kohlen sind festgestellt bei Antakije, Ayas bei Iskanderün und im Adschlun, Gips findet sich vielfach, Petroleum bisher nur spurweise in Adschlun und am Toten Meer, Phosphate in Transjordanland, Kali, Brom- und Magnesiasalze im Toten Meer. Guter Töpferton findet sich vielfach, ebenso Kalk zum Brennen und Bauen, sowie guter Marmor. Dass alle diese Möglichkeiten einer Montanindustrie nicht benutzt werden, ist ausschliesslich den schlechten Verkehrs¬ und Verwaltungsverhältnissen des Landes zuzuschreiben: Das Minengesetz an sich ist nicht schlecht, aber die allgemeine Rechtsunsicherheit, die Wülkür der Lokalverwaltungen und der mit Bakschischforderungen gespickte Marterpfad der Konzessionserlangung schrecken europäisches Kapital ab, und das

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