Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Aleppo 1× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
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— 40 — schlossenen Dörfern zu erwähnen, sowie der langsame Zuzugosteuropäischer, arabischer (yemenitischer), bucharischer und marokkanischer Juden nach Palästina. Innere Wanderungen finden statt je nach der sich darbietenden Arbeitsgelegenheit; nur die allmähliche Auswanderung der Drusen aus dem Libanongebiet und Galiläa nach dem Haurängebirge aus politischen und wirtschaftlichen Gründen (zur Erlangung von Unabhängigkeit von Polizeiwillkür und Steuererpressung) ist als grössere Binnenwanderung der letzteren Zeit bemerkenswert. Die Bevölkerung ist in Syrien recht ungleichmässig verteilt. Während das Vilajet Damaskus 8, das Vilajet Aleppo Ii Einwohner pro Quadratkilometer zählt, besitzt Palästina 21 (das Mutessariflik Jerusalem 20) und das Vilajet Beirut sogar 33 Einwohner pro Quadratkilometer; bei weitem am dichtesten bevölkert ist aber das Libanongebiet mit 327 000 Einwohnern auf 5700 Quadratkilometer, also 57 Einwohner pro Quadratkilometer, das demnach eine fast dreimal so starke Bevölkerung als Palästina und eine siebenmal stärkere als das Vilajet Damaskus aufweist. Dabei zeichnet sich das Libanongebiet durchaus nicht durch grössere Fruchtbarkeit aus, das steil ansteigende Gebirge ist sogar nur durch mühsame Terrassenbauten ergiebig zu machen, und das wirtschaftliche Zentrum des Gebietes Beirut gehört nicht einmal politisch dazu. Die starke Bevölkerungszunahme ist vielmehr einzig die Folge der politischen Reformen, welche der Türkei im Jahre 1860 für das Libanongebiet seitens der Grossmächte nach dem blutigen Drusenaufstand aufoktroyiert wurden. Volksvermehrung und Kolonisation. Eine Volksvermehrung durch eigene Zunahme der Bevölkerung ist für die nächste Zukunft so gut wie ausgeschlossen. Die Zahl der Geburten wäre zwar an sich genügend, um eine langsame Volksvermehrung herbeizuführen aber die hygienischen Verhältnisse sind derart minderwertig, und das Verständnis der Bevölkerung für die Bedürfnisse der kleinen Kinder ist ein derart geringes, dass die Kindersterblichkeit eine sehr grosse ist. Dazu kommt noch als erschwerender Moment der Fatalismus und als Folge davon die Gleichgültigkeit gegenüber den Krankheiten der Kinder, sowie vor allem die Ajrmut des grössten Teiles der Bevölkerung. Nur in den